13 thoughts on “#8 Warum ist christliche Kunst (oft) so schlecht?

  1. Vielen Dank für Euren tollen Podcast. Die Welt braucht Eure Erklärungen :-).
    Ich kann den Hörer allerdings verstehen, der von der “Selbsthilfe Gruppe” sprach. Die Schwierigkeiten mit der “frommen Welt” kann ich gut nachvollziehen, das ständige Abgrenzen allein ist aber auf Dauer nix.
    Da kommt es mir schon so vor, wie eine Art Trauma-Bewältigung.
    Pietisten und Pharisäer in eine Ecke zu stellen ist mir zu einfach (ich bin weder das eine noch das andere). Wohltuend war z.B. auch mal Gofis Beitrag unter dem Motto: Was ich von Charismatikern lernen durfte. Mehr davon. Mein Vorschlag: Ladet doch mal Leute ein, mit denen ihr nicht 100%ig eins seid, die nicht Eure Buddys sind und versucht Zugänge zueinander zu finden. Natürlich ist das einfacher kommentiert, als gepodcastet, aber vielleicht geht da ja was. Euer “harmoniesüchtiger” Hörer Norbert (der sich auch gerne mal verstören lässt:-)

    1. Danke, Norbert. Ja, die Anregung haben wir schon desöfteren erhalten, dass wir öfter Andersdenkende einladen sollten. Das ist eine konzeptionelle Frage, über die wir nachdenken. Nur eines solltest du dann nicht erwarten: Dass es harmonischer wird. 🙂

  2. Spannende Folge. Dank an Euch für Schweiß und Hirnschmalz, auch sonst.
    Was Ihr am Ende gesagt hat, trifft für mich den Kern. Ich glaube, dass es uns schwer fällt, den Unterschied zwischen gelernter und geglaubter Heilsgeschichte einerseits und unserer offenen, brüchigen Lebenserfahrung andererseits anzuerkennen. Deswegen ist Kunst oft so furchtbar Naiv und stets mit “christologischem Schwanz”. Wenn ich den nicht bringe, müsste ich Gott in meinem Leid suchen, in der Erfahrung der Verunsicherung, Einsamkeit und Gottesferne. Da Gott aber genau da ist, könnte man sagen, dass diese naive christliche Kunst mich auf Dauer von Gott fernhalten kann. Warum wohl finden so viele Menschen in unseren Gemeinden keinen Ausdruck des Glaubens, der sie überzeugt?
    Kunst ist eine Momentaufnahme. Und die sollte immer wahrhaftig sein, damit sie nicht zur Katechese verkommt. Dh. unvollständig, abgebrochen, schmerzhaft, ekstatisch… Ich fühle mich von 99,9% unserer Anspiele, Bilder, Lieder und Gedichte dagegen nur angepredigt.
    Und von wegen “Selbsthilfegruppe”. Na und? Ihr helft mir. Anscheinend brauche ich einen emotionalen Hausputz und dass das, was Scheiße ist auch Scheiße genannt wird. Wahrhaftigkeit und so. Ich hab trotzdem den Eindruck, dass viel Wertschätzung und vor allem Verständnis für Eure Geschwister rüberkommt.
    Außerdem: das hier ist ein Podcast und manchmal Kunst ;), also müsst ihr nicht allen gerecht werden und den Nagel auf den Kopf treffen. Wenn ihr wahrhaftig seid, tut ihr gut.
    Genug! Beste Grüße aus Lübeck.

    1. Danke, Anselm! Das geht runter wie Öl. (Übrigens habe ich neulich auch plötzlich den Verdacht gehabt, dass das, was wir machen, eigentlich Kunst ist. 🙂 )

  3. Hallo,

    vielen Dank für die aktuelle Folge. Ich hatte vom Titel her erwartet, dass es zu einem großen Gebashe gegen christliche Kunst und christliche Künstler kommt. Und ich war sehr positiv überrascht, dass dies nicht überhand genommen hat und ich stattdessen interessante Gedanken zu Karikaturen und dem Kreuz lauschen konnte. Werde die Folge weiterempfehlen!

    LG,

    Jonathan

  4. Hallo!
    mich bringen eure Podcasts jedenfalls oft sehr zum Nachdenken und ich habe mehr Fragen als zu vor 😉
    Ich bin sowieso gerade in einer Phase, in der ich vieles überdenke und merke, dass die Welt und das Leben und überhaupt alles so viel komplexer ist, als ich dachte und ich heute manchmal gar nicht mehr weiß, wie ich Dinge sehe und was meine Meinung dazu ist, wo es mir früher so klar war 😀
    Ich glaube auch, dass viele Menschen, mich eingeschlossen, gerne Sicherheit, Gewissheit haben und klare Aussagen, Ermutigung, Aufbauendes möchten. Ich finds schade, wenn in Gemeinden / Gottesdiensten scheinbar kein Platz für Anderes, für Verunsicherung, oder auch Wut und Klage zu sein scheint. Hm, ich denke, dass vielleicht manchmal erwartet wird, dass man den ganzen Prozess, den Hiob durchgemacht hat, nicht mehr braucht – man weiß es ja besser – und dann sozusagen gleich am Ende, der Gottesbegegnung, raus kommt.
    Ja, ich finde es auch wichtig, dass im Gottesdienst wirklich Raum für Gottes Wirken ist und es nicht wie ein Programm ist, das einfach abläuft und wo dann am Besten nur eine “Hauptperson” den Gottesdienst leitet und sozusagen alle Gnadengaben haben sollte und alles weiß, das ganze Leben erklärt, oder was auch immer. Das kann eine große Last sein. Und ist auch nicht das, was eigentlich Gemeinde ist.
    Hm, was ich generell auch irgendwie voll traurig finde ist, dass sich die “christliche Welt” immer in so Untergruppierungen wie die “Frommen, die Evangelikalen, Pietisten, Liberalen und wahrscheinlich noch viel mehr” einteilt oder eingeteilt wird. Ich weiß auch nicht, was sich dahinter so alles genau verbirgt und das meiste hört sich auch so negativ an und man verknüpft damit so viele Vorurteile oder hat ein bestimmtes Bild davon. Und manchmal kommt es mir so vor, als würden sie gegeneinander arbeiten und sich schlecht machen und sich z.T. sogar den “richtigen” Glauben absprechen.
    Ich denke auch nicht, dass es die Lösung ist, einfach zu versuchen, Harmonie herzustellen, aber ich denke, es ist wichtig, den anderen zu verstehen zu versuchen und eine Offenheit mitzubringen. Leider gibt es das unter Christen nicht immer und ich habe schon öfters Pauschalurteile über bestimmte Christliche Gruppierungen (sei es Landeskirche oder Freikirche oder…) gehört, mit dem Resultat: Vorsicht, falscher Glaube, Abstand.
    Ich schätze gerade an eurem Podcast, dass ihr so ehrlich von euren eigenen Gedanken und Fragen berichtet, nichts beschönigt und frei heraus redet. Das fühlt sich für mich befreiend an. Denn manchmal kam es mir unter Christen als ungeschriebenes Gesetz vor: So was darf man nicht. Und ich finde es auch kein Problem, dass mich manches irritiert, es für mich fraglich ist, ich es anders sehe usw. Nur wenn man das, was einen wirklich innerlich beschäftigt ausdrücken kann, kann man auch wirkliche Antworten finden.( oder eben noch mehr Fragen finden. 😉 )
    Viel Spaß euch noch und weiterhin spannende Entdeckungen!

    1. Hallo Nanni,
      vieleln Dank für Deinen langen Post und die vielen guten Gedanken. Ja, all die Fragen, die Du hast, haben wir auch. Deshalb haben wir mit Hossa Talk angefangen. Schön, dass Du mit uns auf dem Weg bist.
      Viele Grüße,
      der Jay

    2. Hallo Nanni, welcome back! Ich schließe mich Jays Kommentar an. Deine Bemerkung über Hiob und die Tatsache, dass wir oft glauben, wir bräuchten den ganzen Prozess nicht mehr durchmachen, weil wir ja schon das Ende kennen, finde ich sowas von schlau. Vielen Dank, da muss ich drüber nachdenken! Liebe Grüße, Gofi

    1. Verstehe die Frage nicht recht…
      Worauf bezieht sie sich?
      Aber geradeheraus gesagt, natürlich schätze ich bei meinen Freunden auch ihre Wut. Das lässt doch schön spüren, wer sie sind, was ihnen wichtig ist (siehe zB Jesus bei der Tempelreinigung).

      LG,
      der Jay

  5. DANKE!!!!!!!!!!!!!!!!
    Für diesen Talk wäre ich euch vor lauter Dankbarkeit gerne um den Hals gefallen……………..
    ……………….aber das hätte euch vielleicht verstört……………………………………………………………
    also gebe ich meiner Freude über den Talk ganz gesittet mit Worten der Dankbarkeit unzureichenden Ausdruck.
    Ute

  6. Hallo ihr beiden,

    ich bin es schon wieder. Vielen Dank für eure inspirierende, emotionale und trotzdem erstaunlich sachliche Auseinandersetzung mit diesem Thema. Das hatte ich unter dieser Headline gar nicht erwartet und führte imho zu einem eurer besten Talks (ohne Gäste). Es hat mir für unsere Überlegungen und Anstrengungen für Kunst-vollere und vielfältigere Gottesdienste einiges zu Denken mitgegeben. Denn auch uns geht es so, dass die Integration einer größeren emotionaleren Bandbreite in einem Gottesdienst schnell zu sehr viel mehr Vorbereitung und Einsatz (unser ohnehin schon grenzwertig ausgelasteten) kreativen Protagonisten oder zwei verschiedenen Formaten führt. Das schaffen wir nur ein paar Mal im Jahr in speziell herausgesuchten und vorbereiteten Kreativ-Gottesdiensten. Und es stimmt auch bei uns, dass sich eine Mehrheit der sonntäglichen Gemeinschaft vor allem nach (passiver) Ermutigung und (kollektiver) Anbetung sehnt. Vielleicht sind daher die Ambitionen nach mehr (Kunst) Vielfalt im Gottesdienst und mehr Vielfalt in der (christlichen) Kunst ein weitgehend paralleler und langer Weg.

    Danke
    tomwalt

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