19 thoughts on “#36 Was sich unter Christen ändern müsste (live)

  1. Das hat sich sehr seicht angefühlt. Steh euch auch mal gut, weniger scharf zu sein und die Zuhörer (und möglichen Kritiker oder die, denen ihr auf den Schlips tretet) im Nacken sitzen zu haben. Ich mag auch eure Schärfe gern, wahrscheinlich würdet ihr jedoch mehr Leute mitnehmen, wenn ihr diese Vorsicht auch in Einzeltalks walten lassen würdet. Damit meine ich: Bisschen langsameres Tempo, euch selbst die Zwischenfragen stellen, die viele Zuhörer (wahrscheinlich) haben … und eine Wortwahl, mit der ihr weniger “in die Fresse tretet”. So weit mein Senf. Inhaltlich super! Die Idee, als Gemeinde mehr Zeit in die Welt zu investieren, als in innere Strukturen ist toll! Ich bin grad in Südafrika und sehe, wie beschissen ungerecht die Welt ist. Ich sitze in einer schicken Ferienwohnung und schaue aufs Meer, während sich draußen die Menschen in den Townships (Slums) den A. abfrieren und ums Überleben kämpfen. Den Job, da ein bisschen mehr Gerechtigkeit reinzubringen, sollten wir nicht den sozialen Organisationen überlassen, sondern als Gemeinden/Christen anpacken und das Reich Gottes bauen! Das gilt ja genauso für Armut in Deutschland, die meist andere Formen annimmt (Armut an Beziehung, Zuwendung, Liebe, Zugehörigkeit etc.) Die Welt soll uns an unserer Liebe erkennen finde ich super – und zwar nicht nur, wenn sie mal zufällig die Nase in eine unserer Gemeinden steckt!

  2. Bin noch nicht durch. Erst bei minute 42:48
    Aber dieser Live-Talk holt das beste aus euch raus. Klasse!
    Inhaltlich kann ich leider 😀 noch nichts Kritisieren.
    Zuwenig gehört! *Mist! 😀
    Ihr seid echt Rampensäue. Das tut euch gut!
    Weiter so. So alle 2 oder drei Monate ein Live-Talk. JA !!

    dagobertr

    1. Der letzte (dieser) LiveTalk war Klasse. Deswegen freue ich mich heute auf den neuen in Folge #50.
      Ihr könnt gut auf der Bühne. Obwohl ich vermute, das es euch ganz schön Energie kostet.
      Bin gespannt!
      Und; Hossa Talk hat echt schön unterschiedliches zu bieten. Live-Talk, Freche Schnau.. äh frische, freie Rede Talks unter euch beiden und Gäste-Talk.
      Ist schon echt Arbeit drin in dem Hobby.
      Man gönnt euch die “Pause” für die Hörer. Sicher werdet ihr schon Vorproduzieren in der Zeit und gar nicht so Pause haben.
      Wenn ich mit der Kinderwohngruppe mit dem Bus zum Einkaufen fahre, dann lasse ich immer die Kinder das Fahrticket bezahlen und erkläre: Das Geld ist für den Busfahrer, damit er sich ein Brötchen und ein Trinktütchen kaufen kann und den Sprit für den Bus und das reinigen des Busses.
      Mögen euch also die Trinktütchen und Brötchen und Spritgeldgeber treu bleiben und weiter spenden. http://hossa-talk.de/spenden/ Und möget ihr weiterhin Themeneingaben haben, denn man will noch oft Streitbares zwischen euch hören. Und wenns sein muss auch mit Fi.., Se.. und.. anderen Wörtern, die ich sonst nie in mein Gehirn bekomme.
      Also fröhliches pausieren und weitermachen mit Hossa-Talk. Mein immer mehr schon beste Unterhaltung wöchentlich mit Jay und Gofi.
      Ketzerpodcast und Hossa-Talk, zwei einmalige deutsche Formate die ich schätze, und die wirklich einmalig sind.

      Also, Sunday is now – im “Hossa Land:
      Folge #50: Warum es für diese Welt Hoffnung gibt.
      Als unsere Jubiläumsepisode veröffentlichen wir unseren Live-Talk aus Nürnberg.
      Und der hat es in sich. Hoffnung. Yeah.”

      Wenn ich also gleich aus der Gemeinde komme, will ich meinen Hossa ! Punkt 12.
      Gofi, halt schonmal den Finger auf die Freigabe. Und Jay, ich hoffe du hast dich benommen.

      dagobertrrick

  3. Hey ihr,

    ich hab nur halb zugehört, da ich noch was anderes nebenher gemacht habe, aber schien mir nach ziemlich viel rumgerede. Mir hat das KOnkrete gefehlt.
    Aber ihr seid trotzdem cool.

    LG Lorenz

  4. Das Format wird im Live-Talk tatsächlich nochmal interessanter, wenn die Zuhörer/Zuschauer auch konkret im Talk selbst Fragen stellen können – gefiel mir sehr gut!

    Ich teile eure Meinung, dass sich Christen in ihren Gemeinden nicht von der Welt abkapseln, sondern mehr in die Welt gehen sollten, mehr Zeit darauf als auf gemeindeinterne Veranstaltungen verwenden sollten. Ich hab mich aber stellenweise doch immer wieder beim Hören gefragt: Wie stellt ihr euch das ganz konkret vor?

    Sollte man dann wöchentliche Gottesdienste am Sonntag abschaffen, die übliche Bibelstunde am Mittwoch, die Kleingruppen/Hauskreise, den Chor/die Band etc.? Denn ihr habt ja auch schon angesprochen, dass vielen dann auch einfach die Zeit fehlt, noch zusätzlich “Aktionen” zu starten. Was sollte dann aber eurer Meinung nach wegfallen?
    Ich finde das spontan unheimlich schwer, denn die Gemeindeangebote entstanden ja auch nicht im luftleeren Raum, sondern haben durchaus wichtige und sinnvolle Daseinsberechtigungen.

    1. Hey, danke für das Lob.
      Sehr gute Frage!!! Ehrlich gesagt habe ich auch noch keine gute Antwort darauf.
      Gefühlt, würde ich sagen, dass sich alles ändern muss. Wohlwissend dass das wahrscheinlich unmöglich ist.
      Richtig konkret habe ich da noch nix… Ich weiß, erst das Maul ausreißen und dann nix liefern, ist doof… Im bestehenden GemeindeKontext wird sich aber wohl auch nur wenig ändern lassen. Es sei denn die ganze Gemeinde zieht mit.
      LG,
      der Jay

      1. Hallo Jay,

        wenn wir jetzt in Utopia wären und alles möglich wäre, wie würdest du dir das vorstellen?

        Und nö, ich fand das überhaupt nicht doof, was du gesagt hast, sondern durchaus spannend, auch “Gemeinde” zumindest theoretisch mal völlig neu zu denken.

        Lg Provinzdoc

        1. Wenn wir “ich wünsch Dir was spielen”, würde ich als erstes die Zahl der Gottesdienste reduzieren, denke ich (einfach um ein Zeichen zu setzen). Vielleicht nur noch alle 2-4 Wochen? Außerdem kleinerdenken, beziehungsorientierter. Außerdem wäre sicher hilfreich, wenn wir als Gemeinden die Ausrichtung auf persönliches Heil hinter uns ließen, bzw dieses nur noch als natürliche Teilmenge des Allumfassenden Heils denken, dass dann sowohl gessellschaftliche, als auch politische als auch relationale als auch persönliche Züge zeigt. Damit wären wir zumindest schon mal den doofen Dualismus zwischen “weltlichem”Engagement und Evangelisation los. Wenn wir es dann hinkriegen würden, dass alle unsere Gruppen unter solchen Prämissen laufen, vielleicht würden wir dann weniger um uns selber kreisen. Ich fand Gofis Bild von der Tankstele in dem Talk sehr gut. Die Kirche als Ort an dem man auftankt um dann den Sprit in der Welt zu verteilen.
          LG,
          der Jay

          1. Die ersten Christen, so liest man, trafen sich täglich hin und her in den Häusern, und da war mehr Austausch mit dem Umfeld, als viell. heute die Christen.
            Ich bin für versiebenfachen des Gottesdienstes.
            d

          2. Hallo Jay,

            sehr interessante Gedanken – danke fürs bereitwillige Teilen!

            Ich finde vieles ansprechend und reizvoll – aber frage mich schon auch, ob dann nicht auch die Gefahr besteht, dass wieder anderes verloren geht, wenn es eben weniger “Lehre” in Form von Predigten im Gottesdienst geht. Zumindest ich persönlich merke schon, dass es für meinen geistlichen Input einen Unterschied macht, ob ich mit ein paar anderen Laien im Hauskreis zusammensitze, die genauso viel Nicht-Ahnung über die Bibel, Urtext, Hintergründe etc. haben wie ich selbst, oder ob ich eine Predigt von einem Theologen höre, der sich ganz anders mit dem Text beschäftigen konnte aufgrund seiner Ausbildung dazu.

            “Außerdem wäre sicher hilfreich, wenn wir als Gemeinden die Ausrichtung auf persönliches Heil hinter uns ließen, bzw dieses nur noch als natürliche Teilmenge des Allumfassenden Heils denken”
            Daran hänge ich gerade etwas, denn ist es nicht gerade das persönliche Heil, das doch in der Bibel so oft thematisiert wird, das z.B. einem Paulus so immens wichtig erscheint, dass er immer wieder darauf zu sprechen kommt? Oder ist das auch wieder nur meine selektive Wahrnehmung, die aufgrund meiner gemeindlichen Prägung so ausgerichtet ist und die biblische Gesamtschau sieht doch anders aus?
            Gar nicht so einfach – da bräuchte ich jetzt z.B. schon wieder einen studierten Theologen 😉

            Auf jeden Fall viel Stoff zum Nachdenken, danke für die Inputs!
            Lg Provinzdoc

          3. Irgendwo müsste man halt mal anfangen… Und da der Sonntagsgottesdienst ja eine heilige Kuh ist – wieso nicht hier? 🙂
            Was die Sorge um das persönliche Heil angeht. Die will ich ja nicht abschaffen, sondern lediglich ein-/ unterordnen. Denn M.E. Ist diese eben mitverantwortlich dafür, dass wir Christen uns immer wieder in ihr zurück ziehen.
            Das ist ein echter “Teufels”Kreis, denke ich.
            LG,
            der Jay

          4. Hei, darf ich hier auch ein bißchen mitquatschen? Als Utopistin ohne Gemeindeanschluß gerade? Dagoberttrrrk 🙂 vielleicht gings da mehr um Gemeinschaft, ich denk nicht, daß das Treffen damals komplettt täglich mit Lobpreis, Kinderdienst, Predigt, Uhrzeit, vorher und nachher Puztdienst und all den To-Dos eines Sonntagmorgengottesdiensts war. (Und selbst wenn es doch aufwendiger war, dann war das für diese begrenzte Zeit, neue Christen wollen gern die ganze Zeit über das neue Thema reden, das ist doch klar, deshalb muß das jetzt bei uns aber nicht stattfinden).
            Die Gelegenheit zur häufigen Begegnnung finde ich aber schon wichtig, manche brauchen das ganz arg und sind auch nicht sehr initiativ… aber man muß da überlegen, wie man es hinkriegt, ohne daß dauernd ca. 20 Menschen einen festen Termin haben.
            Würd man mich fragen, dann würde ich das “Muß” abspecken, echt nur noch alle 2-4 Wochen einen großen aufwändigen Gottesdienst machen, und ansonsten die Leute ermutigen, selbst auszuprobieren.
            In Echt hat man dann aber wahrscheinlich sowohl als Landeskirchlicher Pfarrer als auch als Pastor in einer Freikirche garantiert Riesenstress mit der Erwartung der Schäfchen. Ist wahrscheinlich fast nicht machbar. Wenn man die Gottesdienste dann einfach macht, dann heißt es wieder, total langweilig, wieso ist da keine Band, wieso ist keine Kinderbetreuung da, wieso ist es so langweilig dekoriert…Das wäre mal echt interessant, wie Gemeinden dieses Problem lösen. Wenn man ganz viele hat, deren Berufung ist, jeden Sonntag einen genialen Gottesdienst zu gestalten, dann ist es ja super, aber wie gesagt, die ca. 10 – 20 Leute, die da bereitstehen müssen, haben dann halt keine oder weniger Zeit sich um die Gesellschaft oder um Beziehungen zu kümmern…. Also Fazit: hat man sehr viele Leute, kann man beides machen, hat man weniger Leute oder Leute mit wenig Zeit, muß man sich entscheiden, worauf man setzt.

  5. Hallo an alle!
    Nochmals danke, dass ihr uns in Wetzlar besucht und eure Gedanken mit uns geteilt habt. Ich habe das Gefühl euch nun viel besser zu kennen, als nach den rund 35 Folgen zuvor. Mich hat vor allem euer Streitpunkt “Die Frage nach dem Glück ist total oberflächlich” sehr begeistert!

    Zu der Frage nach dem Utopia und der Abschaffung/Reduzierung der Gottesdienste: Lieber Dagobert, die Urgemeinde war eine intensive Gemeinschaft, aber sie war (auch politisch bedingt) sehr häuslich. Man traf sich zwar täglich, aber öffentlich wirksame Projekte waren sicherlich nicht die Regel. Viele Hausgemeinden nehmen dies zu sehr Vorbild und als Begründung, sich abzuspalten und von der Welt auszugrenzen. Wir haben heute viel mehr Möglichkeiten uns sozial zu engagieren. Warum tun wir es so wenig?

    Ein wichtiges Kriterium ist für mich die Wirklichkeit: Uns ist einfach alles zu viel. Noch ein Planungstreffen, noch ein Doodle, bei jeder E-Mail hat man Angst, dass noch mehr auf uns zu kommt. Das ist bei Christen so, das ist bei Nicht-Christen so. Keiner will noch mehr Verbindlichkeit, keiner will mehr Verantwortung. So erlebe ich zumindest unsere Gesellschaft und ich bin auch nicht besser. Und ja: Vielleicht sollten wir in den Gemeinden dann mal runter fahren. Vielleicht doch weniger Angebote? Vielleicht ein Gottesdienst, der mit weniger als 20 Mitarbeitern auskommt? Was ist überhaupt das Minimum, das einen Gottesdienst ausmacht?
    Was brauche ich eigentlich wirklich und was macht einen Gottesdienst, bzw. eine christliche Gemeinschaft wirklich aus?
    Und wie würde mein Glaubensleben aussehen, wenn ich nicht drei christliche Termine die Woche hätte? Wirklich so viel “schlechter”?

    1. “Ein wichtiges Kriterium ist für mich die Wirklichkeit: Uns ist einfach alles zu viel. Noch ein Planungstreffen, noch ein Doodle, bei jeder E-Mail hat man Angst, dass noch mehr auf uns zu kommt. Das ist bei Christen so, das ist bei Nicht-Christen so. Keiner will noch mehr Verbindlichkeit, keiner will mehr Verantwortung. So erlebe ich zumindest unsere Gesellschaft und ich bin auch nicht besser. Und ja: Vielleicht sollten wir in den Gemeinden dann mal runter fahren. Vielleicht doch weniger Angebote?”

      Da sprichst du einen total wichtigen Punkt an. Danke. Hatte ich so, wenn überhaupt, bisher eher emotional realisiert (nämlich dadurch, dass ich diese Überforderung selber erlebe), aber eben noch nicht reflektiert. Danke fürs auf den Punkt bringen. Ich glaube, dass ist etwas, was die Kirche Jesu noch nicht wirklich realisiert hat. Wir machen unsere Gemeindeprogramme einfach so weiter, wie vor 30 Jahren, als es diese Allgegenwart der Welt (nicht geistlich gemeint) mit Informationen, Anfragen, Aufrufen, Nötigungen und Angeboten noch nicht gab.
      Wir freuen uns über das Internet als weiteren Werbeträger und realisieren weniger, dass dies ja jeder andere auch in dieser Weise nutzt und die Aufmerksamkeitsspanne, die man für eine Information bekommt, damit immer kleiner wird.
      Und all das gehört zum normalen, direkten Leben (beruflich, im sozialen Gefüge und auf der eigenen Interessensseite). Sprich, die Gemeinde und ihre Programme kommt da immer oben drauf.
      Es ist schon richtig, in der westlichen Welt gab es wahrscheinlich noch nie so viel Freizeit wie heute, aber eben auch noch nie so viele Möglichkeiten (und damit auch den Druck dabei up to date zu sein), diese zu gestalten. Früher gab es Familie, Job, Gemeinde und vielleicht noch ein Hobby. Das hat sich wahrscheinlich gar nicht mal grundlegend verändert, denke ich, was sich geändert hat, ist, dass jeder dieser Punkte durch die allgegenwart der Welt (zB in Form vom Internet) immens aufgeblasen wird. Das macht es einem immer schwieriger, den Überblick zu behalten oder sich auf etwas richtig zu konzentrieren.
      Ich habe keine Ahnung, was das für die Kirche bedeutet. Aber bisher wird das in unseren Planungen jedenfalls nicht oder nur kaum berücksichtigt. An sich ist es aber ein dermaßen intensiver Einschnitt in unser aller Leben, dass die Gemeinde davon nicht unberührt bleibt und einfach ihren Stiefel weiterfahren kann. Oder? Übertreibe ich?
      Welche Gemeindemodelle wären den zeitgemäßer? Gefühlt würde ich jedenfalls sagen, dass hier tatsächlich weniger mehr wäre. Oder wälze ich damit meine Überforderung auf der falschen Seite ab?
      LG,
      der Jay

  6. elenfrau: “vielleicht gings da mehr um Gemeinschaft” Amen!
    und elenfrau: “aber sie war (auch politisch bedingt) sehr häuslich.”
    auch Politisch. Aber vorallem hatte sie jetzt den Christus selbst als Tempel in sich.
    Hendrik:
    ” Was ist überhaupt das Minimum, das einen Gottesdienst ausmacht?”
    Nun, anscheinend keine Veranstaltung! Wohl eher was Elenfrau sagt:
    Gemeinschaft. Mit ihren allerlei Gemeinschaftlichen Bedürfnissen.
    Als Termin wurde dies sicher nicht empfunden. Sondern als Sehnsucht sich sehen zu wollen.
    Und das will ich 7 tage, 24 Stunden lang, 1440 Minuten.
    dagobertrrck

  7. Was ich ganz wunderschön fand: “Was hat der Glaube verdammt nochmal mit meinem Leben zu tun?” Tolle Frage, die ich total verstehe und, wenn ich in meinem früheren Christenleben gewusst hätte, dass ich sowas fragen darf, hätte ich das sehr gerne getan! War aber leider zu beschäftigt damit, zig Frage- und Denkverbote zu beachten und mich damit abzurackern, ja eine (für Gott, aber auch “die Brüder und Schwestern im Herrn”™) akzeptable, gute Christin zu sein.
    Heute, wo ich mich nicht mehr als Christin bezeichne und endlich ehrlich mit mir darüber bin, wie wenig ich den biblischen Gott, wie er mir verklickert wurde, leiden kann, seh ich das so: Mein Glaube ist meins. Bestimmte Werte sind mir wichtig (z.B. Liebe, Wahrheit, Gerechtigkeit, Gnade), andere nicht (z.B. Homophobie, hahaha). Und ich DARF meinem inneren Kompass dazu vertrauen, ich muss mich nicht ständig selber geißeln darüber, dass ich nicht gut genug bin oder ob ich mich auch schön konservativ an die Bibel halte. Seit ich das so lebe, merke ich, wie ganz viele Streitpunkte für mich irrelevant werden. Schöpfung oder Urknall? Ist mir wumpe. Ich steh total auf die Evolution und glaube, dass das eine der cooleren Sachen ist, die das göttliche Wesen (meine Bezeichnung dafür, weil mit dem Begriff oder Namen “Gott” für mich zu viel Scheiße verbunden ist) hat ablaufen lassen. Aber ob jetzt Adam und Eva oder nicht, ist nicht relevant (für mich). Sogar ob Jesus nu ne historische Figur war oder nicht – mir nicht so wichtig. Die Idee von Jesus ist mir wunderbar genug, ich brauche keine Beweise dafür oder dagegen. Leben nach dem Tod oder nicht? Auch egal. Ich glaube an das, was mir hilft, durch’s Leben zu kommen, nämlich dass ich nach dem Tod alle Menschen wiedersehe, die mir wichtig waren, und dass alles für immer zusammen ist. Sollte sich das anders rausstellen, ändert sich da auch nichts dran, wenn ich mir vorher drüber Sorgen mache, ob ich auf’s richtige Pferd gesetzt habe. Und mein früheres Christen-Ich schlägt bei so viel “so wie ich das mag” die Hände vor’s Gesicht, aber mir gehts gut damit. Ich glaube, eine der wichtigsten Sachen die das göttliche Wesen mir geben kann, ist ein Gefühl, und vielleicht sogar eine Gewissheit, von bedingungsloser Liebe – die mich dann dazu befähigt, mir selbst und anderen auch mit Liebe zu begegnen. All dem Theologischen Krimskrams™, der meinem Leben früher aufgepfropft wurde, weine ich keine Träne nach.

    Die Idee, sich mal “von Jesus die Beine wegtreten zu lassen” find ich super 😀

    Bei der Frage nach dem Glück stimme ich Gofi zu, dass das viele umtreibt, und fühle mich als Mittzwanzigerin von Jays “oberflächliche Mittzwanziger-Frage” etwas abgeurteilt. u_u (“Das ist doch nicht oberflächlich!” “Das ist völlig oberflächlich!” “Lächerlich!” – schon auch schön, wenn ihr euch mal in die Haare kriegt. Und Daumen hoch für aggressive!Gofi <3) Als dann gesagt wurde, dass alle Menschen nach Gott suchen, hat mir das schon wieder nicht so gepasst – wenn eins dieser Frage nach dem Alles einfach den Begriff "Gott", den die Christen gepachtet haben und der dementsprechend mit deren Kram überfrachtet ist ("Dieser Gott, ist das nicht der Typ, der ständig von Menschen enttäuscht ist?") drüberstülpt, mag ich das nicht. Auch aufgrund meiner Geschichte, aber auch, weil ich das Gefühl hab, dass die anderen wichtigen Begriffe und Fragen – Warum gerade ich, warum gerade hier? Was ist der Sinn? Was ist meine Aufgabe? Was bin ich, und was ist da noch außer mir, und vor mir, und nach mir? – dann verloren gehen. Klar sind die im "Gott"-Begriff durchaus enthalten. Aber meistens wird in der "Frage nach Gott" dann doch nur das mit Schuld und Sühne gesehen, was Jay erwähnte, und damit erscheint mir das wie eine Vereinfachung und Kurzfassung, die die anderen Fragen und Begriffe wegnimmt oder zumindest weniger sichtbar macht. Und jetzt weiß ich nicht, ob überhaupt rübergekommen ist, was ich sagen wollte. Manno.

    Jedenfalls, alles in allem eine schöne Folge, die ich sehr genossen habe und in der ich viele gute Sachen gefunden habe. Danke, ich bin schon ganz gespannt auf die nächste Live-Sendung!

  8. Hallo 🙂
    ich hab jetzt nur mal quer gelesen über die bisherigen Kommentare.

    Ich hatte beim Hören vom Podcast bei der Frage danach, wie das mit dem Kürzen der Gemeindeveranstaltungen für die einzelnen Engagierten funktionieren könnte, einen kurzen Einfall. Ich bin mir gerade zwar auch nicht zu 100% im Klaren, wie und ob es funktionieren kann, aber vielleicht bringt es jemanden auf eine durchdachtere Lösung :D.
    Ich dachte daran, dass es eigentlich eine Verschwendung der Ressourcen ist, wenn viele Gemeinden sehr ähnliche Programme oder Aktivitäten parallel halten. Ich dachte, die Reduktion der Angebote einer einzelnen Gemeinde, muss ja nicht zwangsläufig heißen, dass ich, wenn mir eine Verantstaltung im “Programm” meiner Gemeinde fehlt, nicht mit anderen Interessierten aus meiner Gemeinde eine Kooperation mit einer anderen Gemeinde eingehe, die diese Veranstaltung durchführen möchte. Die verschiedenen Gemeinden könnten hier noch viel mehr zusammenarbeiten und auch bei den Projekten “in der Welt” sich viel mehr zusammentun.
    Wenn ich das hier so schreibe, fällt mir gleich wieder alle negativen praktischen Auswirkungen ein, wie der Mehraufwand durch Städteweite Absprachen, Koordination usw. Außerdem würde natürlich der gemeinschaftliche Charakter von einer Gemeinde verloren gehen. Aber wir wären eben weniger nach innen orientiert, sondern hätten ein viel lebendigeres Konzept.
    Was haltet ihr davon?

    Allgemein muss ich hier auch noch ein Lob hinterlassen :-).
    Ich finde eure Arbeit, Gofi und Jay, sehr genial! Ich mag, dass ihr ermutigt, “Denkverbote” in den Wind zu schießen und so humorvoll und gut diskutieren könnt! Ich finde die Mischung aus 1-1, 1-2 oder 1-3 Talks sehr gut, genauso aber auch ein solcher Live-Talk ist sehr hörenswert.
    Macht weiter so! (nach eurer Sommerpause :-P)
    LG Johanna

  9. Joh schrieb:
    “Außerdem würde natürlich der gemeinschaftliche Charakter von einer Gemeinde verloren gehen”
    Erstmal, die Grundsatzidee dient dem wohle mehrer! Das sollte man unbedingt bedenken.
    Aber der Einwandt im Zitat ist vorher zu lösen.
    Denn Gemeinde ist nicht für die WELT da! Und auch nicht für sich selbst! Ja, das stimmt!
    Sie ist durch und in und zu IHM hin da!

    Freue mich auf Antwort!
    gruß dagobertr

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