Bereits im März haben sich Hanna und Jan vom 365 Grad Podcast mit uns unterhalten und wollten gerne wissen, wie ein Glaube aussieht, nachdem er dekonstruiert worden ist. Wie ist es überhaupt zu Hossa Talk gekommen, und hat dieser Podcast uns dabei geholfen, neu und anders zu glauben? Ist die Dekonstruktion der eigenen Überzeugungen irgendwann auch wieder vorbei, und was kommt danach? An welchen Gewissheiten halten wir fest? Was bedeuten uns Rituale? Und glauben wir noch immer an einen personalen Gott, der ins Hier und Jetzt eingreift? All das haben sie uns gefragt, und wir haben versucht, darauf zu antworten. Das Ergebnis hört ihr jetzt auch bei uns, weil wir dachten, dass es euch vielleicht interessiert. Viel Spaß!

2 thoughts on “#191 Glaube nach der Dekonstruktion: Gibt es eine zweite Naivität? (m. 365 Grad)

  1. Ihr könntet wirklich Hossa an irgend nen fetten Ami verkaufen, der es zur Megachurch ausbaut und die „Immer-wieder-Täufer“ nennt 🙂

    Ich hatte ja in unserem Talk angedeutet, dass ein gesunder Glaube ein Resilienzfaktor ist, dass ich zu einer liberal-aufgeklärten Pfarrerin in Seelsorge gehe und dass ich selbst den Pfingstlern, bei denen ich geschlagen wurde, immerhin einen wilden Mix aus Liebe und Hass zugestehe.

    Tja, wie ist das mit dem einfachen Glauben? Ich glaube, das Bild des Kindes trifft es ganz gut. Es glaubt an das Gute. Und wenn Papi dann erzählt, dass das Volk Gottes die Jebusiter plattmachen musste von Gott aus, dann glaubte ich das damals nicht und bei meinem Neffen habe ich das auch so erlebt. Bei erwachsenen Evangelikalen ist das oft anders. Da bin ich dann auch der Jay-Typ, der kein Stein auf dem anderen stehen lässt und kontra gibt.

    Viele Evangelikale haben auch so eine schräge Ambiguitätstoleranz. Sie machen dicht im Hirn und da kommt dann kein Argument mehr ran. Wie bei den Schrägdenkern.

    Vielleicht ist es auch ne hermeneutische Frage: Wann dürfen wir einfach sein, wann ein Kunstwerk auf zwei Beinen mit vielen PERlen, die aus Tränen sich geformt haben? Das hat auch nix mit Bildung zu tun, ein Sonderschüler kann total verantwortungsvoll sein und erkennen, dass ganz schräge Dispensationalismen Inegesen und Überkonstruktionen sind, während ein ganz eifach glaubender Professor Angst hat, eine Ewigkeit auf dem Grill zu verbringen.

    Ich möchte glauben, dass sich nach Martin Luther King der lange Bogen der Geschichte zum guten wendet, sehe aber auch die Gegenargumente und Gefahren eines primitiven Fortschritttsglauben z.B. im Menschenbild mit entsprechenden Implikationen (Politik, Wirtschaft…). Aber es ist ein Glaube, der nicht krank macht, sondern Hoffnung und Tatkraft spendet. Ich will halt auch nicht zynisch werden.

    Gott spielt in meinem Denken keine große Rolle mehr. Ich bin hier wieder mal wie eion Kind, fühle mich wohl im Hier und Jetzt und dann schau mer mal….

  2. Zu diesem Talk kam mir heute der Song von Iris DeMent (übrigens hervorragend gecovert von 10.000 Maniacs), zu finden auf YouTube oder Spotify, in den Sinn, der so geht und Eure Gedanken, wie ich glaube, sehr gut zusammenfasst:

    Everybody is a wonderin‘ what and where they all came from
    Everybody is a worryin‘ ‚bout where
    They’re gonna go when the whole thing’s done
    But no one knows for certain and so it’s all the same to me
    I think I’ll just let the mystery be

    Some say once you’re gone you’re gone forever
    And some say you’re gonna come back
    Some say you rest in the arms of
    The Saviour if in sinful ways you lack
    Some say that they’re comin‘ back in a
    Garden, bunch of carrots and little sweet peas
    I think I’ll just let the mystery be

    Everybody is a wonderin‘ what and where they all came from
    Everybody is a worryin‘ ‚bout where
    They’re gonna go when the whole thing’s done
    But no one knows for certain and so it’s all the same to me
    I think I’ll just let the mystery be

    Some say they’re goin‘ to a place called
    Glory and I ain’t saying it ain’t a fact
    But I’ve heard that I’m on the road to
    Purgatory and I don’t like the sound of that
    Well, I believe in love and I live my life accordingly
    But I choose to let the mystery be

    Everybody is a wonderin‘ what and where they all came from
    Everybody is a worryin‘ ‚bout where
    They’re gonna go when the whole thing’s done
    But no one knows for certain and so it’s all the same to me
    I think I’ll just let the mystery be
    I think I’ll just let the mystery be

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