Die anstehenden Wahlen in den USA haben mit uns zu tun, denn vieles hängt weltweit von diesem Ereignis ab – nicht zuletzt die Glaubwürdigkeit bestimmter christlicher Kreise. Was am dritten November und den darauffolgenden Wochen geschieht, weiß niemand. Aber jetzt schon ist klar, dass nicht nur durch die amerikanische Gesellschaft, sondern auch durch die evangelikale Welt ein tiefer Riss geht, für den Donald Trump ein Sinnbild ist. Wie konnte es dazu kommen, dass namhafte Fromme ihre Überzeugungen über Bord geworfen haben? Was hat das mit der Situation in Deutschland zu tun? Und was passiert nach der Wahl? Darüber reden wir mit dem Autoren, Journalisten und Theologen Andreas Malessa.

Übrigens: Andreas hat ein neues Buch geschrieben. Ein Klick leitet Dich weiter.

39 thoughts on “#156 Trump, die Christen und die US-Wahl

  1. schöne, informative Folge.

    Tut gut, dass es auch noch Leute gibt, die sich trauen, Position zu beziehen und aus Bibeltexten Konsequenzen zu ziehen, auch politische. Aus irgendwelchen Gründen schaffen es viele Pastor_innen selbst bei den brisantesten Bibeltexten jeden Inhalt zu einem gefühligen “Ich und mein Herr Jesus”-Brei weichzukochen, das sind mir ja fast die netten fundamentalistischen Hardliner noch lieber, die wenigstens Angriffsfläche und mir Anlass geben Feindesliebe zu üben 😉

    Also danke nochmal und ich bete mit 🙂 (z.B. für die schwangeren Teeniemädchen, die in vielen Gegenden auf Webseiten für die selbstgemachte Abtreibung so gut wie angewiesen sind und sich fast niemandem anvertrauen können (Filmtipp: Niemals, Selten, Manchmal, Immer – gerade in guten Kinos). Aber auch z.B. in ganz Münster (NRW) gibt es laut DLF-Feature nur noch einen (81-jährigen) Arzt, der noch Abtreibungen vornimmt, der vorletzte hat gerade aufgehört.
    Herr erbarme dich!

    1. “Aber auch z.B. in ganz Münster (NRW) gibt es laut DLF-Feature nur noch einen (81-jährigen) Arzt, der noch Abtreibungen vornimmt, der vorletzte hat gerade aufgehört.”

      Und das wird wohl seine Gründe haben, die man als Arzt und gerade auch als Nicht-Arzt zu respektieren hat.
      Und dann noch mit einem “Herr erbarme dich!” zu enden, ist in meinen Augen unangebracht bis pietätlos.

      Kann es wirklich dem reinen Willen Gottes entsprechen, dass wir es notgedrungen als straffrei ansehen müssen, Föten, an denen gerade der Schöpfer wirkt (lt. diversen Psalmzitaten), zu vernichten, um schlimmeres Übel zu verhindern?
      Darin steckt eine Aporie, die uns in Tiefes Schweigen und Seufzen bringen sollte.

      1. Lieber Kriti-Sir,
        ja “Schweigen und Seufzen” – da hast du recht – ist eine angemessene Reaktion. Ich empfinde, dass die sogenannten “Lebensschützer” genau das Gegenteil tun, nämlich dne Mund sehr voll nehmen.

        Natürlich respektiere ich auch die Gewissensentscheidung jedes Arztes und ich komme auch durchaus von einer ziemlich konservativen Position zu dem Thema her. Mir ist klar, dass mein post sehr pointiert war und nicht jede Seite ausgewogen darstellt. Was der “reine Wille Gottes” ist, das maße ich mir nicht an zu wissen.

        Mein Punkt war allerdings, nicht Ärzte zu kritisieren, sondern die Thematik auch aus der Sicht der betroffenen Mädchen und Frauen zu sehen Diese Seite der Aporie auch einmal stark zu machen – dafür sehe ich sowohl aus den Psalmen und aus den Evangelien gute Gründe.

        und by the way: dass in der Diskussion eine gedankliche Trennung zwischen zwei Subjekten vorgenommen wird (Fötus versus Frau) ist wohl weniger ein biblisch inspirierter Gedanke, sondern sehr modern gedacht. Hat wohl mehr mit bildgebenden Verfahren der Medizin zu tun, dass das irgendwie plausibel scheint. Ich habe es selbst in den 80ern erlebt, dass in der christlichen Jugendarbeit Blder und kleine Skulpturen von Füßen eines Fötus verteilt werden. Das ist natürlich ziemlich suggestiv.

        Im Nachhinein finde ich sowas recht pietätlos .

        1. Hallo Markus,

          mein Vorschlag wäre immer noch die ungewollten Kinder an Ehepaare zu vermitteln, bei denen es nicht klappt.
          So könnte man zwei seelisch belastende Situationen eine Hoffnung geben.
          Warum das die Lebensschützer nicht als Idee aufgreifen, bleibt mir unbegreiflich.

  2. Warum heißt die Folge eigentlich nicht: “Biden, die Christen und die US-Wahl”?

    Richtig, weil Biden einfach nicht stattfindet.
    Die Demokraten hätten auch eine Vogelscheuche aufstellen können.
    Man liebt es eben, sich an Feindbildern abzuarbeiten anstatt auch mal einen kritischen Blick auf Biden zu werfen. Vertane Chance, Hossa-Talk. Da hättet ihr mal aus dem gewohnten Narrativ aussteigen können und Werbung für Biden zu machen anstatt die “Ich-bin-nicht-Trump”-Horn zu stoßen.

    Etwas Provokation noch:
    “Für” Abtreibungsmöglichkeiten zu sein, ist biblisch eben genau so delikat wie für Trump zu sein.

    Dennoch tolle Einsichten von Malessa.

    1. Lieber Kriti-Sir,
      die Folge heißt deshalb nicht so, weil Evangelikale weiße amerikanische Christen eben nicht mehrheitlich Biden-Anhänger sind.
      Und die Frage: Weshalb wählen sie nicht mehrheitlich Biden? Führt u.a. zu der Antwort: Weil sie Trump-Anhänger sind. Und dadurch automatisch zu den Fragen: Weshalb sind sie Trump-Anhänger? Warum haben sie bei der letzten Wahl Trump gewählt? Also zum Thema dieser Folge.

      Das hat mit dem Sich-Abarbeiten an Feindbildern nichts zu tun.

      1. Liebe Katja,

        im Podcast wurde mehr Trump kritisiert als dargestellt, was an Biden jetzt besser ist.
        Außerdem bist du auf meine inhaltliche Kritik gar nicht eingegangen.

        1. War ja auch nicht der Sinn des Podcasts, darzustellen, was an Biden besser ist. Sondern was da mit den Evangelikalen und Trump los ist.
          Und es bestand auch kein Zwang, auf deine inhaltliche Kritik einzugehen.

          1. Das war ja eben meine Kritik, warum man das Pferd nicht mal anders herum aufgezäumt hat.
            Hossa-Talk wirft doch sonst gern immer einen “anderen” Blick auf Sachverhalte.
            Vllt liegt es ja auch an Biden, dass sie Trump wählen; das wurde mir zu marginal behandelt 🙂

  3. Hallo zusammen!
    Andreas Malessa lügt hinsichtlich Trumps Aussagen zu Charlottesville. (Min 26:20). Angeblich hätte Trump das nicht verurteilt. Das ist gelogen!
    Beweis: Originalvideo von CNBC: https://youtu.be/JmaZR8E12bs (insbesondere ab 1:58)
    Entlarvung der Medienlügen dazu von einem CNN Reporter für PragerU: https://youtu.be/587Nw4sOA44

    Entweder glaubt Malessa der Lüge, die von linken Medien in die Welt gesetzt wurde, oder er weiß es besser und macht genauso mit.

    Grüße
    Cato

    1. Hallo Cato,
      Ich hab mir das Trumpvideo angesehen, und dann irritiert nochmal 1:58 und das Folgende.

      Was beweist das Video? Genau die These von Malessa u.v.a., Er verurteilt nicht klar die rechtsextreme Gewalt, er relativiert sie. Die Pointe Trumps: auf beiden Seiten gibt es “bad people“, und er fügt hinzu, dass die Rechtsextremen ja erlaubterweise demonstriert haben, die andern nicht.
      ???

      Wer “Lüge“ ruft, sollte Fakten haben!

      1. Hallo Markus,
        Malessa sagt in dem Talk: “Er hat es nicht verurteilt.” Jetzt sagst du, er hat es nicht scharf genug verurteilt und relativiert.
        Meinetwegen, kann man so sehen. Es ist müßig darüber zu diskutieren. Man kann alles in ein schlechtes Licht rücken und Böses Gut nennen.
        Grüße
        Cato

        1. Einspruch, Cato,
          Wenn Trump hätte etwas verurteilen wollen, dann hätte er es anders getan. Er macht das ja vermutlich bewusst so, dass der von dir gemeinte Satz als Nebelkerze dienen kann.
          Und nein, es geht nicht um eine Meinungsverschiedenheiten zwischen zwei Interpretationen, wie du suggerierst. Ich behaupte, es geht um eine begründete Interpretation (die auch den Kontext einbezieht) gegenüber einer blossen Wiederholung einer Behauptung, die diesen Kontext und die Notwendigkeit von Begründungen überhaupt ausblendet. Ich weiss nicht, ob ich mich dazu weiter streiten will, ist unter dieser Voraussetzung auch schwierig.

          1. Hallo Markus,
            natürlich ist es eine Interpretation von dir! Meine (ebenfalls den Kontext einbeziehende) Interpretation ist, dass Trump herausstellen wollte, dass die Leute, die für den Erhalt der Statue demonstriert haben, ein berechtigtes Anliegen haben und nicht mit den Chaoten gleichgesetzt werden sollten. So ist auch die Interpretation von dem PragerU Video.

            Wenn du die Interpretationshoheit für dich beanspruchen willst, kannst du vermutlich auch den Menschen ins Herz schauen. Der Mensch sieht was vor Augen ist, Gott, Markus und Katja aber sehen das Herz an.
            Grüße
            Cato

      2. Cato,
        Du wolltest Andreas Malessa der Lüge überführen (warum eigentlich? gab es nichts anderes, was in diesem Interview – von mir aus auch kritisch – zu würdigen war?) Dafür ist am Ende ganz schön wenig übrigen geblieben – dass Interpretationen halt mehr oder weniger zutreffen können ist Grundlage jedes sinnvollen Streits.
        Wenn das für dich nach (angemaßter?) Interprationshoheit klingt, dann wünsche ich ein schönes Wochenende und viel Gutes!

        Markus

    2. Dito, Markus.
      Malessa hat nicht gelogen.
      Trump hat die Amokfahrt nicht verurteilt.
      Trump hat relativiert. Und vom eigentlichen Thema der Amokfahrt abgelenkt. Und bei den anderen auch Fehlverhalten ausgemacht.
      Das ist ein großer Unterschied.
      Und übrigens auch ein beliebtes rhetorisches Mittel der Neuen Rechten hier. Klassisches Beispiel: Man spricht einen AfD-Wähler oder AfD-Politiker auf die Gefahren des Rechtsextremismus an und zeigt rechtsextreme Tendenzen in der AfD auf. Die Reaktion: “ABER Linksextremismus und Islamismus sind auch sehr gefährlich. Und es gibt in der Linkspartei Politiker, die früher in der SED waren.”
      Klar, das ist auch irgendwie richtig und nicht gut. ABER DARUM GEHT ES HIER GERADE NICHT!

      1. Hallo Katja,
        das er ablenkt ist deine Interpretation.
        Ich finde es angemessen, den Extremismus auf beiden Seiten zu benennen. Warum nur der Extremismus von rechts angeprangert werden soll, leuchtet mir nicht ein! Das Rechtsextremismus angeprangert wird geht in Ordnung. Aber die Einseitigkeit geht mir sehr auf die Nerven.
        Die Gefahr, dass wir in linken Totalitarismus a la DDR und China rutschen, ist weitaus realer. Merkel war FDJ-Sekretärin. Das kommunistische China wird zunehmend als Vorbild gesehen.
        Grüße
        Cato

  4. Wenn sowohl das Bauchgefühl der Ehefrau als auch Thorsten Dietz zitiert werden, kommt Gutes dabei rum ?
    Sehr hochwertiger Talk, Danke!
    Jay, ich finde Deine Haltung IST Deutungsverzicht, nicht im Widerspruch dazu.
    Buchtipp zum Thema Hiob / Theodizee/ Schickt uns Gott xyz: Harold Kushner When Bad things happen to good people.

  5. Danke für die Folge. Sehr spannend dem Herrn Malessa zuzuhören. Auch der kurze Exkurs in die deutsche Gegebenheit hat mir gefallen, da wünsche ich mir mehr von, aber da die evangelikale rechte Szene hier nicht so groß und mächtig ist, wie in den USA ist das wohl nicht in dem Ausmaß notwendig (wobei mir einfällt das Andreas Kemper zu dem Thema der AfD und den christlichen Fundamentalisten forscht – bpsw. hier: http://library.fes.de/pdf-files/dialog/10641-20140414.pdf (S.17f) und https://andreaskemper.org/2017/10/31/wer-waehlt-die-afd/ – beim zweiten Link findet sich auch Wetzlar (wo die idea ihren Sitz hat) als gehäufter Wählerort wieder^^).

    Bzgl der Perspektive alter, weißer Männer (und dem Thema Abtreibung): Vielleicht fehlt da eine/mehrere weibliche Perspektive(n) auf das Recht auf körperliche Selbstbestimmung? (sag ich aber auch aus meiner Perspektive als anfang 30er, weißer, heterosexueller Mann). Was ich aus feministischer Ecke dazu immer wieder lese ist, dass eine Abtreibung ja nicht einfach so entschieden und niemals leichtfertig unternommen wird, selbst wenn es eine Liberalisierung des Gesetzes gäbe – wobei da Zahlen und empirische Studien interessant wären; da kenn ich aber zZ keine.

    Und bei der Verwendung des Begriffs “Kulturmarxismus” wäre es glaube ich gut darauf hinzuweisen, dass das als Narrativ von (extrem)rechter Seite genutzt wird und antisemitische Wurzeln hat (vgl. http://www.diskursatlas.de/index.php?title=Kulturmarxismus & https://www.belltower.news/medienstrategien-rechts-alternativer-akteurinnen-andeutungen-dog-whistling-99121/). Nicht dass der Begriff als angemessenes Beschreiben von Themen oder gesellschaftlichen Vorgängen genutzt wird und damit unbewusst dieser rechtsextremen Erzählung gefolgt wird.

  6. Mich beschäftigt sein einiger Zeit die Frage, ob der Hang Evangelikaler zu Personen wie Trump oder hier in Dtl zu den Narrativen der AfD und Pegida mit der evangelikalen Theologie zusammenhängen könnte, die in ihrem Kern ja ziemlich egozentrisch ist: Da geht es um (@Markus) “ICH und MEIN Herr Jesus”, MEINE Bekehrung, MEINE Errettung, die Erhörung MEINER Gebete, MEINE persönliche Entscheidung… und kollektiv wird vor allem dann gedacht, wenn man sich in seinem frommen Kollektiv gegen “die Welt” oder “die anderen, nicht Rechtgläubigen” abgrenzen will. Man sieht sich immer als “die Guten” und die, die auf der “richtigen” Seite stehen – also eine Art kollektiver Egozentrismus. Und man inszeniert sich als Opfer der Welt um einen herum, wenn einem mal der Wind entgegenbläst und man kritisiert wird. Schnell sind die Kritiker dann die Feinde (oder von DEM Feind gesteuerte).

  7. Man kann das Thema Abtreibung nicht ohne Frrauen Gesundheit, Krankenversicherung und >Verhütung sehen.
    TV Tipp: Im ersten gibt es grade eine Dokumentation, dass in den USA das Risiko für afroamerikanische Frauen 4x so groß ist, bei der Geburt zu sterben.
    https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/reportage/sendung/mama-ist-im-himmel-amerikas-verlorene-muetter-100.html

    Das Thema nur schwarz-weiß zu sehen ohne diese strukturellen Gründe zu berücksichtigen, ist für die Diskussion nicht hilfreich.

    1. ein Problem in diesen super libertären Staaten, dass mann das Problem auf die einzelnen verlagert und denen die Hölle androht, anstatt das große ganze und die gesellschaftliche Verantwortung zu sehen. Ist halt leichter, als Steuergelder für nicht privilegierte Bevölkerungschichten aufzuwenden.
      Und ich bin ausdrücklich für den Lebensschutz ungeborener, nicht dass hier jemand wieder Babymörder schreit. Differenzierung scheint bei dem Thema aber vielen nicht wichtig genug.

      1. Hallo Mensch,

        ich muss hier leider mal kurz klugscheißen, weil Du einfach 2 Behauptungen als Fakten darstellst.

        (Zu den Verwicklungen zwischen Politik und bestimmten Christentümern äußere ich mich nicht, obwohl ich da ein interessantes amerikanisches Sachbuch über den “Pakt” zwischen repubikanischer Partei und Evangelikalismus in den letzten 20 Jahren gelesen habe, aber: ich war nie evangelikal und halte mich da zurück)

        1. Die USA sind NICHT libertär.

        Das dortige System benennt man klarer mit „Corporatismus“, d.h.: Großunternehmen beeinflussen die Politik zu ihren Gunsten und verzerren damit den freien Wettbewerb. Nicht nur durch Lobbyismus, wie wir ihn auch haben, sondern in den USA noch stärker durch massive Wahlkampfspenden, und zwar an beide Parteien. Da nehmen sich die Demokraten und Republikaner gegenseitig nicht viel. Zum Teil spenden diese global agierenden Großkonzerne sogar an beide Parteien.

        Wer sich ein Bild des Grauens machen möchte, der googele mal „Super-Pac“, eine ganz tolle Erfindung der Wahlkampffinanzierung…

        Das Resultat ist, dass diese Konzerne hier wie dort KEINE Steuern zahlen. Das ist antikapitalistisch und nicht libertär.

        Libertär ist: Minimalstaat und niedrige Steuern, aber die zahlen ALLE.

        2. Dass die Gewinne zu den Großkonzernen gehen, aber die Verluste der Steuerzahler trägt, ist ebenfalls nicht libertär, sondern geht alleine auf die Kappe der Politik.

        Manche nennen das sogar eine Oligarchie aus Großkonzernen und Politikereliten, und das war genau einer der Punkte, warum Trump mit seinem „drain the swamp“ so erfolgreich war (das war keine Aussage über Trump selber, sondern ich versuche die Wähler zu verstehen)

        Wir merken uns hier außerdem mal, dass „der Steuerzahler“, auf dessen Rücken Großkonzerne „gerettet“ werden, v.a. mittelständische Unternehmen sind, die im übrigen in Deutschland sowieso schon den ganzen Laden finanziell am Laufen halten. (Allein deshalb ist diese Wettbewerbsverzerrung NICHT kapitalistisch)

        Libertär ist:
        Die Zwillingschwester der Freiheit ist die Verantwortung, d.h. der Unternehmer, der mit seiner Kohle und seinem persönlichen Hintern ins Risiko geht, streicht Gewinne ein, zahlt aber auch und hat ein persönliches Problem, wenn es schief geht.

        Topmanager in Großkonzernen, die fette Gehälter und Boni bekommen, auch wenn sie die Firma zugrunderichten, sind jedem aufrechten Libertären zutiefst zuwider, weil parasitär.

        ***

        Ich weiß ja, wo Dein politisches Feindbild ist, aber Du solltest es dann auch korrekt begründen. – Und nein, ich möchte nicht darüber diskutieren, ob ich persönlich Libertarismus gut finde. Ich bin in bezug auf Staatstheorien derzeit unentschlossen, aber unterhalb der sozialen Marktwirtschaft in der Gründungszeit der BRD mach ich es nicht, wie Du sicherlich weißt. 🙂

        Lieben Gruß
        Ina

        P.S.
        “Du schreibst die Kommentare zu schnell, bitte zurück”
        WTF?
        LOL

        1. Nicht, dass es etwas zur Sache tut, Ina, aber du hast damit gerade den 7500ten Kommentar bei Hossa Talk verfasst.
          Herzlichen Glückwunsch. 🙂
          LG,
          der Jay

          1. Hey, das ist ja toll!
            Wer hätte das vor 3 oder 4 Jahren gedacht, wie weit Ihr kommt (und dabei auch vielen Leuten an den Endgeräten helft)! 🙂

            Der Glückwunsch geht dabei v.a. an Dich, weil Du diese 7.500, zum Teil seeehr langen Kommentare ALLE gelesen hast!!!

            Eine Welle für Jay:

            ~ ~ ~ ~ ~ la ~ ola ~ ~ ~ ~ ~

          2. Yep. Ich habe die tatsächlich ALLE gelesen… 7500 Kommentare. Inzwischen bereits 7512. Alter Schwede. 🙂

            LG,
            der Jay

  8. Hallo Ihr Hossa-Söhne und Söhninnen!

    Sollte jemand nach diesem Talk, den ich zum Teil sehr unterhaltsam fand, seine/ihre/esse ‘Michael W Smith-CD’ wegwerfen wollen, dann tut es bitte nicht und schickt sie mir. Solange Herr Smith kein Hitlerbärtchen trägt oder ein ‘Trump-Tatoo’ auf dem Sack hat, hör ich seine Musik ab und zu sehr gerne.
    Liege meistens bei den Diskussionen zwischen den Stühlen! Deshalb kehre ich weiter vor meiner eigenen Tür. Wer glaubt, ob konservativ oder liberal, es ist einfach das Böse zu identifizieren, dem kann ich nur herzlich das Buch von Carsten Jensen ‘der erste Stein’ empfehlen.
    Und auch ‘Cobains Erben’ die Kunst-Monster-Folge’ ist genial! Ist ein Kunstwerk oder ein Lied noch genießbar, wenn der Künstler ein Diktator war?
    Das hatte jetzt nichts mit Trump zu tun. Aber mit dem ersten Stein. Liebe Grüße!
    Sören

  9. Jetzt ist es endlich durch. Der erwartete Bürgerkrieg ist ausgeblieben, Trump geht lieber golfspielen. Trotzdem bleibt ein zerrissenes Land; zerrissene Familien. Offene Wunden, die USa müssen sich der Vergangenheit stellen um geeint in die Zukunft gehen zu können. da braucht es Versöhnungskommitees aber bitte keine Kampfgebete ala Paula White

  10. Bei den Dankesreden von Biden und Harris habe ich Rotz und Wasser geheult. So geht Staatsmann, so geht Staatsfrau.

    Ich hoffe und bete, dass es ihnen gelingt eine neue Zeit einzuläuten. Dass sie es hinkriegen, das tiefe Zerwürfnis im Land zu kitten.

    Go 4 it Joe! Go 4 it Kamala!

    Ein guter Tag für die #Gleichberechtigung. Ein guter Tag für #Antirassismus. Ein guter Tag für die #Demokratie.

    #USwahl2020
    #byeDon

    LG,
    der Jay

  11. Super Folge. Vielen Dank!

    Habe versucht mehr über die Prophetie herauszufinden die im “Vorwort” erwähnt wird (Trump sei der Auserwählte Gottes), konnte aber leider nichts aktuelles dazu finden. Hat jemand Infos hierzu? Vielen Dank!

  12. Ja Jay, auch ich habe geheult vor Freude und Erleichterung als es klar war, dass BB, Brother Biden 🙂 und Kamal Mr. Trump entthronen werden – denn „es geht um die Seele Amerikas“.
    4 Mio. Stimmen mehr, YEAH!
    Mögen die Menschen Schritte aufeinander zugehen und der „Krieg“ dort ein Ende finden – man darf ja wohl noch an Wunder glauben !
    Und ich habe mich immer wieder dabei entdeckt zu überlegen, wie Jesus wohl mit dem Donald ins Gespräch kommt…und was die wohl zu besprechen hätten…

  13. Ich bin erst mal erleichtert, dass die Amis Biden gewählt haben. Ich bin den USA gegenüber eigentlich gar nicht nur kritisch eingestellt. Halte die Verfassung (mit Ausnahme von Waffenrechten und ein paar anderen Sachen vielleicht) und das Check-and-Balances-System für für extrem stabil und robust. Ich denke auch, dass relativ viele TRump-Wähler noch aufrechte Demokraten sind, auch wenn sie auf der Realitäts- und Triggerebene mit ihm einen weiten Schritt in Richtung Autokratie gemacht haben (dachten wohl, ein Clown bringt mal Stimmung rein und ein Hau-Ruck-Opa ist jetzt genau das Beste und dass sie das schon in Schach halten würden und dass sie ja eher ein Programm wählen als einen Hurenbock). Viele Trumpanhänger sind ja geradezu libertär (was ich als eine krankhafte Ausprägung des guten Liberalismus definieren würde). Der ist glaube ich anfällig für Totalitarismus, aber nur schwer mit Diktatur vereinbar.

    Ich halte es erst mal für relativ unwahrscheinlich, dass in vier oder acht Jahren ein solcher Clown folgt, da muss schon viel falsch laufen in einem Hirn, so auftreten zu können. Dennoch sehe ich schon lange Amerika in großer Gefahr, wenn sich Evangelikalismus und Rechtsreaktionismus vereinen. Der Leadership-Kult der Evangelikalen hat dazu beigetragen. Auch wenn die Psychologie in Teilen wieder mehr auf vom “Lernen am Modell” setzt, so muss der Evangelikalismus dieses Problem in den Griff kriegen, sondern ist da echt eine böse URsuppe am brodeln.

    Und die Evangelikalen müssen ihr Theologisches Kernproblem lösen: Es ist falsch, Gemeindepräambeln hochzuhalten und zigmillionenfach zu unterschreiben, die die Bibel simplizistisch als Wort Gotts betrachten (römisch-katholische Kirche mit einbezogen) und dann vor ORt und im Kleinen alles kleinzureden. Das schafft Grundlagen für Fundamentalisten.

    Ich bin schon für eine Gemeinde, in der Konservative, Liberale und Linke an einem Tisch setzen, doch krankhafte Ausprägungen (Faschismus, Kommunismus, Libertarismus und Fundamentalismus) müssen an den Rand gedrängt und bekämpft werden – objektiv (gute theologische ERklärung der Gemeinden und Verbände, die verantwortbar ist) und subjektiv (ums Herz des Gegenübers werben). Würde mich mal interessieren, wie Andreas MAlessa das mit dem Wort Gottes sieht (lesen Sie hier mit? ;-). Ich fühle mich einfach unwohl in einem Raum mit dreihundert Pastoren, von denen 290 glauben, dass Gott die Amalekiterkinder erschlagen ließ. Da hilft der größte Witz und Charme nicht weiter…

    Ich konnte noch nie die Vision der Gemeinschaft aller Christen teieln, auch als ich noch ein solcher war. Erstens ist das reine Phantasie und These, zweitens möchte ich viele auch einfach nur bekämpfen.

    Ich denke, Religion erneuert sich durch einen Zangengriff. Sie muss von außen in Verantwortung genommen werden und sich dann aus eigenen Kräften als Reaktion erneuern.

    Schönes Wochende Euch, freu mich auf die nächste Folge.

  14. Ich möchte noch ergänzen, dass ich denke, dass die Pfingstbewegung einen enormen Einfluss auf die Sprache der Menschen dort hat. Wenn alles in jedem Ton gesagt werden darf und es auf öffentlichen Bühnen keine Tabus mehr gibt (im Kleinen und unter vier Augen diskutiere ich alles mit jedem bis zum nächsten morgen aus…), dann wird wieder jeder Quark relevant (deshalb nehmen die Amis noch das größte Irrlicht auch erst mal ernst und plausibilisieren dann viel Krudes) und unser durch sein System der Zitierregel etc. enorm stabiler Elfenbeinturm der Wissenschaften erreicht viele MEnschen schlicht nicht mehr, weil ja auch in Filmen und pseudowissenschaftlichen Serien und “Dokus” (“hat nicht letzens auch dieser und jener von Gedankenübertragungen gesprochen…?”) sehr hart geredet wird. Nun bin auch ich teilweise in meinen Schriften sehr streitsam, aber ich wahre eine gewisse Grenze und will immer nah dran sein am Gegenüber. Is sicherlich ne Gratwanderung… Mir ist lieber, wenn ein Armin Laschet sagt, dass über die Schwächen von Friedrich MErz andere urteilen müssen, als wenn Clinton und Obama sich im Vorwahlkampf komplett bis zum LEtzten fertigmachen.

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