Es ist ja nicht so, dass Jesus mit dem, was er gesagt hat, zurückhaltend gewesen wäre. Aber die steilste aller Aussagen, die ihm zugesprochen werden, dürfte diese sein: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater als durch mich.“ (Joh 14,6) Ist das ein exklusiver Wahrheitsanspruch? Bedeutet das, dass sich alle anderen Religionen irren? Wie kann man diese Worte verstehen? Unsere Hörerin Jenny hat uns diese Frage gestellt. Und wir reden drüber. AUSSERDEM hat Gofi eine wichtige Ansage zu machen, die den einen oder die andere vielleicht ein bisschen traurig machen wird. Jay jedenfalls ist es. Aber hört selbst.

37 thoughts on “#189 „… niemand kommt zum Vater außer durch mich!“ – Über die steilste Aussage von Jesus und was sie bedeuten könnte

  1. Hey ihr,

    *spoileralarm für alle, die nicht sofort in die Kommentare linsen, um zu schauen, was die großen News sind*

    Krasse News! (Auch wenn man es ahnen konnte)

    Danke Gofi für deinen tollen Dienst die letzten 8 Jahre!!! („Danke für deinen Dienst“, ist auch so ne Christ*innen-Formulierung. Haha!)
    Du warst der Grund, warum ich gleich bei Folge 2 oder 3 eingestiegen bin – und ich bin gerne geblieben.

    Ich bin gespannt, wie es mit HT weiter geht. Schön, dass es weiter geht! (Haha, der wichtigere Teil von HT bleibt ja. Zitat Jay)

    Und schön, dass Cobains Erben weiterlaufen wird. Wegen der Themen und wegen eurer Chemie!

    Liebe Grüße
    Gerrit

    1. Hi,
      ja, ich sage auch: Danke Gofi. Bin ein sehr treuer Hörer eures Podcasts.
      Ihr habt mich auf einem wichtige Weg begleitet, gerade die ersten Talks waren jedes mal so, dass ich genau über die selben Dinge nachgedacht habe und dann „Boom“, ihr redet wieder genau über das Thema, das mich gerade beschäftigt hat. Ihr seid auch immer noch aktuell, ich freue mich auch schon besonders auf eurer interreligiösen Talk am 24.4.

      Liebe Grüße
      Paul

  2. Goodbye Gofi.
    Auch wenn ich davon ausgehe, dass er bestimmt mal als Gast zurückkehren wird.
    Das trifft anders als jeder Darstellerausstieg aus einer TV-Serie, denn Gofi war mit Haut und Haaren dabei. Es stecken zwei Leben in Hossa Talk, die ähnlich genug sind, um mitei ander ins Gespräch zu kommen und doch anders genug, um miteinander im Gespräch zu bleiben.

    Aber J hatte es ja dann und wann schon angedeutet, dass er das Hossa-Pferd bis über den Rubikon schleifen wird und nie am Ende sein wird. Und wue ich mich kenne, werde ich bis zum Schluss dabei sein, auch wenn J nur noch Pirouetten dreht. Dreht man den Wecker mal 15, 20 Jahre weiter, ja, wird Jay dann seine 666. Folge feiern – the reveal of the inner beast?

    Gofi hatte in einer der ersten Erben-Folge ja mal gesagt, dass er als Künstler mit großen Hits diese nach der Zeit auf Konzerten nicht mehr spielen würde. Genau das hat sich nun vor unseren Ohren erfüllt.
    Großartig, wie ihr beiden das locker-flovkig rüberbringt. Man merkt schon, dass da eine Versöhnung dahintersteckt.
    Man hört sich weiter bei den Erben.

    Alles Gute Dir, Gofi, deiner Familien und deinen Träumen.
    Möge deine Palette immer oszillierend und enthusiasmierend sein.

    Zum Eigentlichen:
    Jay sagt, die Jünger hätten Jesus nicht verstanden. Ja, sie zweifelten bis zum Schluss.
    Und doch waren es diese Jünger, dir den Glauben in aller Welt verständlich gemacht haben und sich nicht erst Jahre zurückgekrochen gaben, um darüber zu sinnieren.
    Das sagt mir; Welch eine eigentümlich Kraft hinter diesem Jesus von Nazareth steckt, kann nicht ermessen werden.

  3. Oh wie schade, dass Gofi geht… Die Gespräche von euch haben mir in einem schwierigen Lebensabschnitt sehr geholfen. Ich hatte zu der Zeit niemand in meinem Umfeld der auch so mit bestimmten Glaubensfragen gerungen hat. Durch eure Gedankengänge hab ich mich total verstanden gefühlt. An dieser Stelle auf jeden Fall mal ein riiiiesen Danke für die vergangenen Jahre!
    Und Jay, danke, dass du weitermachst! Ich bin gespannt was da Neues daraus entsteht.

  4. Alles gute dem großartigen Gofi – werde ihn vermissen aber hoffentlich bald einmal wiedersehen …

  5. Ich droppe gleich mal die nächste Bombe: der Nachfolger von Gofi ist niemand Geringeres als – Trommelwirbel – meine Person! Jay hat sich diesmal einen richtigen, echten Christen an seiner Seite gewünscht und da kam eigentlich nur ich in Frage. Zudem will er mit Hossa Talk stärker das weibliche Publikum ansprechen und hat daher jemanden gesucht, der gerade auch auf Live-Events für den nötigen Kreisch-Faktor sorgt. Das finde ich ja zwar ziemlich sexistisch, aber was tut man nicht alles für den Fame. So, und jetzt höre ich weiter, um mir die ganze Punkte aufzuschreiben, die ich dann ab Sommer bei Jay korrigieren muss.

  6. Für mich ist Jesus keine Offenbarung Gottes und noch viel weniger Gott. Das NT ist für mich auch nicht Wort Gottes, sondern fehlerbehaftet und menschengemacht. Der historische Jesus hätte nahezu alles, was christliche Kirchen über ihn tradieren, empört von sich gewiesen.

    Die Predigten Jesu, worin ich seine Gleichnisse sehe, halte ich dagegen für authentisch.

    Sehr schade, dass Gofi bei Hossa Talk ausgetauscht werden will. Viel Glück und Erfolg weiterhin und danke für Deine Arbeit.

  7. Schade Gofi!
    Ihr Beiden habt euch so viele Fans und nicht wenige Feinde „erarbeitet“, dass es echt ein Rückschlag ist, dass du nicht mehr dabei bist. Du bist mit deinen Beiträgen immer dahin gegangen, wo es allen weh tat — den Post-, Ex- oder Immernoch-Evangelikalen. Ist ein herber Verlust.

  8. Hallo!

    Das Video, das Latzel als Irrlehrer brandmarkt, ist https://www.youtube.com/watch?v=MXpOkYjlzVM
    Ich war derjenige, der es vor einiger Zeit zum Spaß in die Worthaus-Facebook-Gruppe gepostet hatte. Hat Jay es da gefunden?

    Daß Gofi geht ist schade. Daß es in der Familie schwierig sein kann, kann ich sehr gut nachvollziehen. Daß Jay sich da aufgeregt hat und Gofi sich lange erklären mußte, finde ich nicht so gut, da Gofi ein erwachsener, freier Mensch ist, der tun darf, was er will, solange er damit die Freiheit anderer nicht verletzt.
    Bin gespannt, wer der Neue sein wird. Finde es gut, daß ihr Hörerfragen aufgreift. Wird das öfter passieren?

    Zum Thema:
    Johannes 3: „5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“
    Die Luther-Bibel gibt folgende Parallelstelle an: Hesekiel 36: „26 Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. 27 Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.“
    Demnach wäre Wiedergeburt eine Umwandlung der Persönlichkeit mit Konsequenzen für das Handeln, nicht nur das Fürwahrhalten von Glaubenssätzen. Es wäre die Frage, ob es eine solche Umorientierung auch außerhalb des christlichen Glaubens geben kann. Könnte ja sein: https://www.facebook.com/katja.beck.125/posts/7845295685484426
    Die Wiedergeburt scheint aber keine Komplettheiligung zu beinhalten. Somit scheint es in der Bibel lustigerweise einen Zusammenhang zwischen Werken und Gnade zu geben, von dem aber nie einer spricht: Psalm 103: „17 Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind 18 bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, dass sie danach tun.“

    Es ist kein typisches Zeichen von evangelikalen Fundamentalisten, daß sie glauben, daß man eine eigene Entscheidung für Jesus treffen muß oder so ein Scheiß. Manche glauben auch, was die Bibel dazu sagt:
    Römer 9: „15 Denn er spricht zu Mose (2. Mose 33,19): »Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.« 16 So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.“
    Mein bevorzugtes Beispiel: https://www.youtube.com/watch?v=RvUpyxnqAow&t=7s
    Allerdings sollen die synergistischen Arminianer auch ein paar Bibelverse für ihre Meinung gefunden haben.

    Es gibt auch Erzkonservative, die allein an sola gratia, aber nicht an sola fide glauben: https://www.youtube.com/watch?v=opXElI81Coc&t=188s Ich habe aber noch nicht rausgefunden, wer bei denen der zu rezipierende Ober-Theologe ist.

    Von GLIUS habe ich außerhalb von Hossa Talk nirgends gehört. Vielleicht ist auch nicht nur wichtig, was kleine Sekten meinen. Von einem Theologen der größten Konfession hatte ich neulich irgendwo gehört, daß seine Kirche noch zu keiner einzigen Person gelehrt hat, daß diese in der Hölle gelandet ist.

    Siggi hat mehrfach gesagt, daß in Johannes immer der Auferstandene spricht aufgrund der redaktionellen Grundentscheidung des Evangelisten. Das würde heißen, daß Yeschua die Worte in Johannes nach seiner Auferstehung gesagt hat. Es gibt aber Gegenargumente gegen Siggis Position. So sollen auch andere Messias-Gestalten wie Simon Bar Kochba sich mit Titel wie „Licht der Welt“ bezeichnet haben, so daß die Worte von Yeschua in Johannes doch nicht so unmöglich für einen jüdischen Rabbi mit Messias-Anspruch gewesen sein mögen.

    Alles Gute!

  9. Hi, Gofi, das ist krass, aber verständlich. Danke, dass du so lang durchgehalten hast, nur weil es für andere wichtig ist. <3

    Zum Talk: Wow! Glanzleitung 🙂

    Meine eigenen Gedanken zu Jennys Frage, die sich mir in einer bestimmten Zeit sehr drängend gestellt hat, gehen in die Richtung:

    Muss es sein, dass man weiß, wer einen zum Vater geführt hat? Vielleicht kommt man dort an, weil man ein Suchender ist oder jemand, der einem inneren Zug folgt. Vielleicht weiß man die ganze Zeit nicht, dass Jesus seine Hände im Spiel hatte. Jesus jetzt nicht so sehr als Jesus von Nazareth oder der Jesus von dem die Christen reden – sondern eher der jetzt wieder unsichtbare Christus…. der aber noch immer die gleichen Absichten hat, die er auch als menschgewordener Jesus von Nazareth hatte.

    Ich glaube, was er in seiner Menschwerdung getan hat, zeigt so deutlich sein Wesen. Genau in dieser Art wirkt der Heilige Geist weiter, auch wo anders und übrigens auch schon vorher. Das Opfer, angefangen mit der Geburt in einfachen Verhältnissen bis zum Tod, wurde ein für alle mal gebracht und zeigt enorm viel Wahrheit über Gott in einer extrem menschlichen Weise, die jeder verstehen kann – und nicht jeder mag. Manche finden Herrschen und Zurückzahlen ja toller als Dienen und sich Hingeben.

    Ich bin auch mal an dem Vers hängen geblieben: "Ich habe noch andere Schafe, auch die will ich führen und sie werden eine Herde sein." Diesen Vers halte ich wirkllich für wichtig, gerade wenn man ein straighter Evangelikaleri ist. Abseits von dem was ihr seht, liebe Leute, wirkt Jesus, und erst am Ende werden wir sehen, wer alles zu seinen Leuten gehört.

    Und wenn er es womöglich schafft, dass die miesesten Verbrecher letztendlich auf ihn eingehen werden, und ihre bösen Taten wirklich bereuen und merken, was sie anderen angetan haben, und sie loswerden wollen, dann wird es eine Allversöhnung geben, und der Grund dafür wäre Jesus. Ohne ihn würden sie nicht zum Vater kommen.

    Und Leute, die misstrauisch sind, weil sie sehen wie ungerecht und böse das Leben sein kann, können mit den zuversichtlichen Christen oft auch nichts anfangen, … könnte sein, dass Jesus / Gott/ der Heilige Geist ihnen auch "inkognito" beggnet und sie in die Nachfolge führt.

    Seit ich den Vers (Ich bin der Weg…..) so verstehe, oder denke, er kann genau so gut so verstanden werden (er oszilliert :)), empfinde ich ihn nicht mehr so bedrückend und ausgrenzend, sondern eher als eine grandiose Aussicht auf das, was Jesus tun kann und (nach der anderen Bibelstelle mit den Schafen) auch ständig tut. Und ich habe nicht mal das Gefühl, den Vers umgedeutet zu haben….obwohl ich ihn früher immer total exklusiv verstanden habe und auch ziemlich unglücklich darüber war.

    Liebe Grüße, Eli

    1. Hallo Eli,

      Deine Zeilen berühren mich, sie „machen was mit mir‘. Danke. Und die Stelle: „Ich habe noch andere Schafe, auch sie will ich führen und sie werden eine Herde sein.“ rührt mich fast zu Tränen, wenn ich sie tiefer sinken lasse und nachdenke…. Wow… 😊🙏🏻

      Liebe Grüße
      Jenny

      1. Hallo, Jenny, das ist toll. Es war auch für mich eine unglaublich wichtige andere Sicht., die etwas kaltes und bedrückende weggenommen haben

  10. Es geht bei der Frage nach dem Absolutheitsanspruch Jesu Christi nicht primär um eine Wahrheitsfrage. Sondern hinter der Frage nach dieser Wahrheit steht eigentlich die Machtfrage. Das Aussprechen dieser Wahrheit ist ein Bekenntnis zu dem, der die Macht aus den Händen des Vaters erhalten hat. Er sitzt zur Rechten Gottes. Letztlich lässt sich das Evangelium auch auf die Kurzformel bringen: Jesus ist Herr!

      1. Ja, natürlich. Die Diffenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Dieses zentrale Bekenntnis ist genauso unter Druck, wie das Bekenntnis seinerzeit zu David, als Saul noch nicht weggetan, aber eigentlich schon verworfen war. Gruss Tobias

  11. Hi Gofi!
    Respekt für Deine Entscheidung und von Herzen Danke für Deine Ehrlichkeit, Offenheit und Warmherzigkeit bei Hossa Talk!
    Zu den Sätzen ‚Jesus nachfolgen, imitieren‘ habe ich Folgendes mitzuteilen: Damals konnten die Leute Jesus beobachten und nachfolgen, ihn daraufhin vielleicht imitieren.
    Für mich ist das heute schwierig mit dem Imitieren und Nachfolgen. Klar, ich vermute zu verstehen was gemeint ist: lieben und den Menschen Gutes tun usw.
    Doch kennt ihr die Situationen, wo ihr Menschen nicht lieben könnt, ihr ohnmächtig seid, aufgrund von Gewalt bestimmter Menschen und seltsam, Jesus scheint da irgendwie oft weit weg zu sein.
    Deswegen rede ich dann trotzdem mit Gott und Jesus weiter, fluche auch mal und sage das dann offen, das das mit der Nächstenliebe manchmal große Scheiße ist und ich das nicht hinkriege und dann, geschieht manchmal wie ein Lichtstrahl durch einen Türspalt das Wunder:
    Irgendeine Art Liebe, Jesus, Gott whatever wird dann durch mich präsent und übernimmt die Dinge, die ich nicht tun kann.
    Der dritte Weg, der mystische, beginnt mit der sich eingestanden Ohnmacht und bei mir beginnt er meistens dann, wenn ich die Dogmen und Theologien mal beiseite schiebe. Ich will mehr von diesen Erfahrungen der Liebe und weniger von 30 Jahre versuchen ein Gutmensch zu sein!
    Bis denne.

    Sören

    1. Ich finde, das klingt ganz fantastisch, Sören. Danke.

      Technisches, Moralinsaures Gutmenschentum ist nicht, was mich zu Jesus zieht, oder wozu der Talk auffordern wollte. Nicht, dass du das geschrieben hättest, Sören, ich wollte es nur deutlich machen.

      LG,
      der Jay

  12. Also, für mich seid ihr noch total GLINUS, keine Bange 😉
    Und das an einem entscheidenden Punkt, der den größten Teil der Christenheit vereint, dem Dualismus. Und der für mich inzwischen so problematisch ist, dass es mir schwerfällt, mich zur Christenheit zugehörig zu fühlen. Jay spricht vom Himmel als etwas von ihm völlig Separiertem, Gofi kreuzt (freundschaftlich) die Klinge mit Angehörigen anderer Religionen, die wohl auch einen Weg zu Gott im Angebot haben, aber – und da kann ich nicht mehr mit – wie die Christen von ihm getrennt, separiert, weggelaufen usw. sind. Das ist ist die (alte) Geschichte der Separation, des Getrenntseins, der Dualismen wie Gut/Böse, Himmel/Hölle, Geist/Materie und eben Mensch/Gott. Daran glaube ich nicht mehr, naja, leider doch noch meistens, will ich aber nicht mehr 😉
    Jesu Anspruch als »der Weg, die Wahrheit und das Leben« ist doch nur dann ein Problem, wenn man davon ausgeht, dass Christus Menschen davon ausschließen würde. Warum sollte er? Wenn Christus sagt, niemand kommt zum Vater denn durch mich, dann ist das nicht exklusiv gemeint, sonder radikal inklusiv. Kein Mensch bleibt zurück, wir sind alle Töchter und Söhne Christi.

    Und danke, Gofi, für deine Offenheit beim Beschreiben deiner Beweggründe für die »Kündigung« und deines Selbstverständnisses als Künstler, was mich inspiriert hat zum Nachdenken über meines…

    1. Schöne Gedanken. So ähnlich sehe ich das übrigens auch. Ich dachte, das wäre im Talk angeklungen. Ich deute Jesus nämlich auch komplett inklusiv. Ich kann nur gleichzeitig nicht so tun, als sei alles dasselbe. Wenn in der Ukraine Menschen vergewaltigt und verstümmelt werden, ist das nicht dasselbe, wie wenn sie in den Arm genommen und geliebt würden. Von daher bleibt die Frage nach der Wahrheit und nach dem Leben und nach dem Weg dahin schon noch bestehen, finde ich.

      LG,
      der Jay

  13. Auch ich bin etwas traurig darüber, dass Gofi Hossa-Talk verlässt. Das ist ein bisschen wie wenn einer der Lieblingsspieler deinen Lieblingsverein verlässt. Aber schön ist, dass ihr bei Cobains Erben zusammen weitermacht, oder das habe ich doch richtig verstanden?

  14. „Es geht nicht darum, wer in den Himmel kommt, sondern, auf wen der Himmel zukommt“ – das ist ein schöner Satz und vielleicht sollte man auf diese Weise auch Johannes 14,6 verstehen. Nicht also als Imperativ:

    Ich bin der Weg, den ihr gehen sollt!
    Ich bin die Wahrheit, die ihr glauben sollt!
    Ich bin das Leben, das ihr leben sollt!

    Sondern vielmehr als eine Begegnung mit dem Göttlichen, die uns, ohne, dass wir etwas dafür getan hätten, als veränderte Personen zurücklässt, gleich:

    Ich bin der Weg, der euch in Bewegung setzt.
    Ich bin die Wahrheit, die euch wahrhaftig macht.
    Ich bin das Leben, das euch lebendig macht.

    1. Genau! Jesus sagt: „ICH bin der Weg, die Wahrheit, das Leben.. Niemand kommt zum Vater, denn durch MICH.“
      Jesus selbst ist es, der das möglich macht, der in uns wirkt. NICHT der Glaube an ihn. Ich denke, da verwechseln viele (mein früheres Ich eingeschlossen) etwas.

  15. Hey Jay!

    Danke Dir herzlich! Bin gerade an einem Tiefpunkt und dafür umso dankbarer, dass Du Dich damals, schon Ende der 90ger (dran Kolumne) auf den Weg gemacht hast, Dinge zu hinterfragen und Menschen ermutigt hast, ebenso zu ihren Zweifeln zu stehen!
    Kriege öfter mal etwas in den falschen Hals, doch bei Dir und Gofi weiß ich sehr zu schätzen, dass wie ehrlich und barmherzig ihr mit Menschen umgeht, so spüre ich das!
    Danke an Dich und Gofi!
    Hoffe, Du bist wieder richtig gesund, Jay!
    Viel Kraft und Bewahrung für euch!!!

    Sören

  16. Danke, dass Ihr Euch diese schwierige Bibelstelle vorgenommen habt! In meinem Lieblingsbuch über die Jesusgeschichte „Mirjam“ von Luise Rinser, sagt Jesus: „Wer nicht zum Kind wird, findet den Vater nicht.“ Das hat mir sehr geholfen. Denn auch in dem Originalvers heißt es ja nicht: „Keiner kommt zu Gott, denn durch mich“, sondern „Keiner kommt zum Vater, denn durch mich“. Das könnte schon einen Unterschied machen. Wenn man die unterschiedlichen Vaterbilder, die die beiden Söhne im Gleichnis vom verlorenen Sohn haben, im Hinterkopf hat, dann muss man keine Angst mehr haben, dass alle, die nicht an Jesus glauben, ewig in der Hölle gefoltert werden und das hat mich sehr erleichtert.
    Vielleicht könntet Ihr Euch mal die Stelle mit dem Mühlstein vornehmen (Matth. 18, 6), die finde ich auch sehr schrecklich. Euch bei dem Gedankenaustausch über diese Stellen zuhören, ist Balsam für meine glaubensvergewaltigte Seele! Danke!

  17. Wie schade, Gofi, dass du aufhörst!
    Du hattest immer so erfrischend nachdenkliche Zwischentöne, weniger theologisch, sondern einfach pragmatisch aus dem Leben. Aber ich verstehe es auch, und man darf sich auch mal von was verabschieden und es im wahrsten Sinne des Wortes GUT SEIN lassen.

    Und natürlich bin ich gespannt, wie es mit Hossa Talk und all den interessanten Themen weitergeht.
    Zu dem aktuellen Thema hier: Der schwierige Satz, den ihr euch vorgenommen habt, ist meiner Meinung nur dann schwierig, wenn man ihn fundamentalistisch bibeltreu wörtlich und als Originalzitat versteht.
    Wer kann denn heute wirklich sagen, ob ein Jesus von Nazareth diesen Satz wirklich so wörtlich gesagt hat? Er ist nur in einem einzigen Schriftstück überliefert, noch dazu von einem, der sich selbst immer als Lieblingsschüler bezeichnet.
    Was würden wir heute sagen, wenn ein einzelner Fan mehrere Jahrzehnte nach dem Tod seines Idols als einziger ein angebliches Originalzitat veröffentlicht und darauf ein Gedankengebäude aufbaut, über das man in 2000 Jahren noch diskutieren soll? Ich glaube, es ist die Energie gar nicht wert, weil einfach die Faktenlage viel zu dünn ist.

    Und selbst wenn es ein Originalzitat gewesen wäre, kann niemand heute wissen, wie es gemeint war. So oft überliefert, übersetzt, aus dem Zusammenhang gerissen.
    Ich selbst hatte vor einigen Jahren ein Interview mit einer Zeitschrift, in der ich wörtlich zitiert werden sollte, und dieses Zitat wollte die Redakteurin anders wiedergeben – nicht viel anders, im Grunde waren es nur zwei kleine Worte, aber dadurch klang meine ursprüngliche Aussage viel pauschaler und absoluter als ich es beabsichtigt hatte. Zum Glück bekam ich das Interview zum Probelesen und bestand auf meinen Originalworten (was gar nicht so leicht war und einiger Erklärungen bedurfte – und das in Zeiten von schwarz – auf – weiß – Emails!).

    Wer weiß, vielleicht hat Jesus es ja so gemeint: Ich bin (auf meinem) Weg, und ich bin wahrhaftig (ich lebe authentisch), nur wer seinen eigenen Weg geht und wirklich echt und authentisch lebt, kann den Vater (das, was ich unter Gott verstehe – ein tiefes Bewusstsein für das Leben selbst) erleben.
    Nur einer unter vielen möglichen Interpretationsversuchen. Vielleicht hat er es aber auch nie so gesagt, und dann wäre alle Diskussion hinfällig.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott es so kompliziert macht. Dass er die Menschen danach einteilt, ob sie einen vor 2000 Jahren angeblich gesagten Satz heute noch für wahr halten können oder nicht. Von daher lass ich es gleich. Man kann das glauben oder auch nicht, aber davon hängt für mich nicht eine wie auch immer geartete „Gemeinschaft mit Gott“ oder gar Erlösung ab. (Ich selbst würde doch niemals die heutige Beziehung zu meinen Kindern davon abhängig machen, ob sie etwas glauben können, was ich vor ihrer Geburt getan oder gesagt habe – und was sie von ANDEREN über mich hören).

    Vielleicht, wenn wir Jesus heute fragen könnten, wie er das denn gemeint hat, würde er gar nicht mehr wissen, von was wir da reden und sich wundern, warum wir uns über sowas seit 2000 Jahren den Kopf zerbrechen. Vielleicht würde er eher mit Buddha sprechen : „Glaubt den Schriften nicht, glaubt den Lehrern nicht, glaubt auch mir nicht. Glaubt nur das, was ihr selbst sorgfältig geprüft und als euch selbst und zum Wohle dienend anerkannt habt.“ (Vorausgesetzt, auch das ist ein Originalzitat)
    Und bei dem „zum Wohle dienend“, da hakt es bei mir schon, denn dieser Satz von der einzigen Wahrheit macht auf dieser Welt mit Sicherheit keinen Frieden, im Gegenteil, er spaltet und trennt, wird missverstanden, hört sich anmaßend und arrogant an und wird allzu oft als Totschlagargument missbraucht.

  18. Hallo ihr beiden,

    vielen Dank für den neuen Talk und vielen Dank für eure gemeinsame Zeit bei Hossa-Talk und die Offenheit wie weit ihr damit gehen wollt oder nicht und auch den für euch richtigen Zeitpunkt zu setzen, wann ihr aussteigt oder dabei bleibt.

    @Gofi: Besten Dank, schade für deinen Ausstieg, aber umso mehr alles Gute und Godspeed für alle future endeavours!

    VG,
    Stephan

  19. Kopfhörer in die Ohren gesteckt.
    Auf eine Bank im Park gesetzt.
    Handy in die Hand genommen
    und auf Play geklickt.

    Eine bekannte Melodie erklingt.

    „Hossa-Talk.
    Jay und Gofi erklären die Welt.“

    Marteria fragt
    „Oh mein Gott, dieser Himmel – wie komm ich da nur rein?“
    „Oh mein Gott, dieser Himmel- wo zur Hölle soll der sein?“
    Gofi wirft ein
    die eigentliche Frage ist doch
    „Zu wem kommt der Himmel?“

    Symptomatisch für all eure Denkanstöße,
    die ihr ohne Angst vor Steinen des Anstoßes gegeben habt.

    Zeit für einen Toast.
    Nicht in Hawaii.
    Sondern Hier.
    Und Jetzt.
    Zeit für ein Hoch auf euch!

    Ihr habt einen Raum geschaffen,
    in dem Masken fallen dürfen
    wie bei fallenden Inzidenzen.

    In dem Fragen gestellt werden dürfen,
    die einen anderswo ins Abseits stellen würden.

    In dem jeder herzlich willkommen ist
    und frei zu gehen
    oder zu bleiben.

    Habt live dekonstruiert.
    Seid dabei nicht stehen geblieben.
    Habt live rekonstruiert.

    Habt Menschen geholfen
    nicht mehr tragfähige Glaubensbalken auszutauschen
    und modrige Dogmen-Möbel rauszuschmeißen.
    Habt Fundamente abgeklopft
    abgecheckt worin wirklich Leben steckt
    und alte Schätze
    neu entdeckt.

    Hebt die Gläser.
    Ein Hoch
    auf euch

    mit einem dreifachen

    Hossa, Hossa, Hossa!

    Herzliche Grüße,
    Hannes

    https://www.instagram.com/hanneswortgeschaetzt/

    P.S.
    https://www.youtube.com/watch?v=XXoRoLdXnvU
    wie ein Antwortsong auf Marteria’s OMG wohl aussehen könnte? 😉

  20. Hallo
    ich hatte viele Jahren sehr große Probleme mit diesem Bibelvers. Mittlerweile ist es einer meiner wichtigsten Verse geworden, nachdem ich mich lange damit beschäftigt hatte

    Ich bin der Weg – Ich bin nicht der Standpunkt sondern bei mir gibt es Veränderung und man entwickelt sich fort!

    Ich bin die Wahrheit – Richard Rohr meinte dazu: „Wenn Jesus die Wahrheit ist, dann bin ich es nicht.“ JESUS ist die Wahrheit und nicht die Bibel oder meine Auslegung davon. Die Wahrheit lebt und ist nicht ein Buchstabe. Ist das nicht großartig! Das heißt für mich auch, niemand hat eine Patent auf diese Wahrheit!

    Ich bin das Leben – ich bin kein einengendes Gesetz und Moralvorschriften. Bei mir gibt es Leben im Überfluss und mit Liebe und vielen Lebendigkeit!!!

    Wo steht hier war von Bekehrung oder Übergabegebet. Ich kennen so viele, die spürbar mit Jesus unterwegs sind und ihn aber nicht als ihren Freund und Heiland angenommen haben. Wenn sie auf diesem Weg unterwegs sind, dann will ich glauben, dass sie am Ende auch beim Vater sind. Ich mochte den Satz „Es ist alles Spekulation. Aber ich spekuliere lieber, dass alle geredet sind und nicht, dass alle verloren sind“ So oder so ähnlich kam der bei mir an. Großartiger Gedanke!!
    Vielen lieben Dank für den Impuls in dem Talk.

  21. Vielen Dank Gofi für viele interessante, spannende und lustige Talks in der Vergangenheit und noch bis zum Sommer. Schön, dass es ohne Gofi trotzdem weiter geht…
    Zu diesem Talk:
    Ich muss widersprechen. Gofi sagte, man könne sich negativ oder positiv radikalisieren. Meines Erachtens gibt es kein positives radikalisieren. Zumindest habe ich bisher kein positives Radikalisieren (langfristig immer negativ) gesehen.
    Viele Grüße
    Joachim

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