#196 Tschüß Gofi, hallo Marco! – Der große Staffelwechsel und das Lüften letzter Geheimnisse

Es ist so weit: Gofi geht wirklich von Bord! Marco übernimmt seinen Platz. Aber selbstverständlich muss dieser Staffelwechsel gebührend von uns mit Euch gemeinsam gefeiert werden. Zu dritt präsentieren wir die große Abschiedssause: eine Folge für echte Fans, in der selbst die, die bisher jede Folge aufmerksam gehört haben, neues Insiderwissen erfahren werden. Es ist außerdem die längste Folge, die wir bei Hossa Talk jemals aufgenommen haben! Wie weit reichen die Ursprünge von Hossa Talk zurück? Was hatten der ERF Südtirol, die IDEA und ein Philosophieprofessor damit zu tun? Wie entstand der Name und was bedeutet er? Wo kommt das dreifache ‚Hossa‘ her? Was sind unsere persönlichen Highlights der letzten acht Jahre? Wie spielte sich Gofis Ausstieg konkret ab und warum war Jay darüber so wütend? Warum ist es wichtig, dass Gofi geht und Marco übernimmt? Neben all diesen spannenden Infos erfahrt Ihr Dinge über Marco, die Ihr wahrscheinlich noch nicht wusstet, wir beantworten Fragen, die Ihr uns gestellt habt, und hören außerdem Grußbotschaften von Weggefährt*innen. Gofi sagt: Danke, liebe Freund*innen, für diese fantastische Zeit mit Euch, für Eure Wertschätzung und Eure Unterstützung!

64 Kommentare zu „#196 Tschüß Gofi, hallo Marco! – Der große Staffelwechsel und das Lüften letzter Geheimnisse“

  1. Prima, ihr habt meine Frage beantwortet, und das zu einem Zeitpunkt, wo der Wein bereits den Weg für die Wahrheit geebnet hatte – begleitet von erstaunlich vielen Schimpfwörtern, von denen ich die Hälfte erstmal googeln musste…

    Interessant, dass ihr bei der Beantwortung alle auf einer Linie geblieben seid.

    Gofis wichtigste Argument für den Glauben: dass Gott da (erfahrbar) ist.
    Dagegen: Leid. Dass Gott ausbleibt.

    Jay: Jesus. Gott wird klein und nahbar.
    Dagegen: Größe des Universums

    Marco: dass der Glaube den Menschen guttut.
    Dagegen: dass der Glaube den Menschen nicht guttut.

    Und bei mir ist es tatsächlich ähnlich.
    Dafür: dass der Glaube Sinn macht.
    Dagegen: dass ich meiner (menschlichen) Logik nicht (zu 100%) trauen kann.

    Alles Gute! (@Andre Ay, einmal wollte ich auch so enden, ich hoffe, das ist ok für dich!)

  2. Der erwähnte Hörer korrigiert rasch: Jay, du hast dein Vorwort zu „Jakob bleibt dran“ sogar mit „Hossa“ BEGONNEN … 😉

    1. Oh, wie cool, das ist ja sogar noch besser.
      Hätte mich darauf für die Folge natürlich vorbereiten können, aber das war ja etwas was mir spontan eingefallen ist… also nur falls sich irgendwer wundert, dass der Friedrichs seine eigenen Bücher nicht kennt. 😉

  3. Ich habe zwar erst bis Stunde zwei gehört, aber ich freue mich, dass es auch ohne Gofi weitergehen kann. Zum Hossa Talk hören bin ich erst dieses Jahr über die Kollegen von Ausgeglaubt gekommen. Darum habe ich noch nicht alle knapp 200 Folgen gehört 🙂 Trotzdem halfen mir einige Folgen zu formulieren, was ich seit einiger Zeit bezweifelt oder gedacht habe, aber nicht ausdrücken konnte.

    Das liegt vor allem daran, dass ich am besten denken kann, wenn ich laut denken darf mit anderen Menschen zusammen. Das ist das, was ihr beide (drei) zusammen macht. Allerdings gibt es kaum Gelegenheiten, wo ich das mit meinen Glaubenszweifeln machen kann. Meine Frau macht das teilweise schon mit, aber ihr ist es dann rasch zu viel und das kann ich nachvollziehen. Sie ist vom Typ her anders. Deshalb kann ich auch mit Gofi’s Familiensituation mitfühlen.

    Ich bin grundsätzlich jemand der viel (eher zu viel) Dinge überdenkt und hinterfragt. Bevor ich meine Meinung sage, überlege und recherchiere ich erst, ob das auch stimmig ist. Ich gehe nicht gerne in einen Konflikt, oder kritisiere jemandes Ansicht, bevor ich mir nicht sicher bin, dass dies auch nötig ist. Eigentlich gehe ich Konfilikten eher aus dem Weg. Wenn ich dennoch einen anfange, dann richtig, weil ich schon vorher mit mir einig wurde, dass es nötig und richtig ist.

    Relativ am Anfang habt ihr darüber geredet, dass ihr irgendwann diese „christliche“ Sprache in den Predigten und vor allem Lobpreisliedern nicht mehr ertragen konntet. Das hat mich total getroffen, mir geht es momentan genau so. Ich weiss aber nicht wie ich damit umgehen soll. Einerseits möchte ich nicht meine Gemeinde verlassen, aber andererseits halte ich es im sonntäglichen Gottesdienst kaum aus. Und ich denke nicht, dass die Gemeinde ihre Art zu Glauben, Kommunizieren und Predigen wegen mir ändern wird. Die Kirche ist zwar für alle da und alle können ihre Meinung haben, aber die Leiter prägen natürlich was öffentlich gepredigt und geglaubt wird. Da diese alle einen konservativen bibeltreuen Glauben haben, bezweifle ich, dass ich da einen interessanten Gesprächspartner finden werde. Aber möglicherweise irre ich mich ja, nur glaube ich nicht daran. Wie soll ich so ein Gespräch denn anfangen? Etwa damit:

    „Ich glaube nicht mehr dass Jesus Gott ist und die Prophezeihungen aus dem AT haben nichts mit Jesus zu tun. Die Schreiber des NT haben sich das nur so zurechtgelegt, weil sie den Glauben an Jesus rechtfertigen mussten und wollten.“???

    Ich habe ehrlich gesagt Angst vor der Reaktion der Leute. Ich möchte nicht, dass sie mich versuchen vom Gegenteil zu überzeugen, weil das Zeitverschwendung ist (Ich habe meine Meinung schon gründlich durchdacht ;-). Ausserdem will ich sie auch nicht unbedingt von meinen Ansichten überzeugen, denn sie sind ja mit ihrem Glauben glücklich und schaden bisher niemandem. Ausserdem habe ich früher genauso geglaubt wie sie. Das Problem bin schliesslich ich, weil ich es im Gottesdienst nicht mehr aushalte.

    Hoffentlich gibt es einen Gott, der mir den Mut und die Weisheit gibt, den richtigen Weg zu finden.

    LG, David

    1. Hallo David,
      erfahrungsgemäß ist das tatsächlich nicht ganz easy. Schon mal daran gedacht, eine Hossa-Gruppe aufzumachen oder Dich einer anzuschließen? Da könntest du erst mal mit Gleich- oder Ähnlichgesinnten die Themen besprechen und Dir darüber vielleicht auch klar werden, was ein hilfreiches Vorgehen in Deiner Gemeinde sein könnte.

      LG,
      der Jay

    2. Hallo David, ich kann dich sehr sehr gut verstehen und auch das Dilemma, in dem du steckst.
      Und ich fürchte, es wird dafür keine wirkliche Lösung geben, zumindest habe ich bis jetzt keine gefunden. Die Gedanken, zu denen du durch dein Reflektieren gekommen bist, kann ich absolut nachvollziehen, aber ich habe selbst erlebt, dass sie bei den meisten Christen quasi das „Herzstück“ ihres Glaubens in Frage stellen. (Dieser Punkt ist vielleicht sogar unter „Hossachristen“ ein heißes Eisen).
      Die Vorstellung, dass Jesus Gott ist, ist für viele das, was christlichen Glauben ausmacht, und wenn du das für dich anders bewertest und das auch aussprichst in deiner Gemeinde, kann es sein – oder ist es ziemlich wahrscheinlich – dass du in den Augen derer, die dir ja wichtig sind, kein Christ mehr bist. Und dann könnten sie (zu Recht?) sagen, du solltest austreten, zumindest werden Beziehungen komisch werden, misstrauisch und angespannt.

      Ich weiß selbst nicht, ob man den christlichen Glauben denken und als Gemeinschaft leben kann ohne den Anspruch, dass Jesus Gott war / Gottes Sohn / Inkarnation/ menschgewordener Gott etc. Ich persönlich denke mir, mir ist die Botschaft von Jesus wichtiger als der „Kult um seine Person“, und selbst da erlaube ich mir, Anfragen an seine Botschaft bzw an ihre Überlieferung und evt Deutung zu stellen.

      Und ja, auch ich wünsche mir Räume, in denen darüber nachgedacht werden darf, wo man dann fragen darf, wie könnte Glaube denn sonst noch aussehen? Ginge christlicher Glaube auch ohne diese Vorstellung? Was wäre die Konsequenz? Was bleibt dann übrig, was verbindet diese Gemeinschaften, wenn quasi die personal – historische Inkarnation wegfällt und damit vielleicht auch die Anbetung von Jesus und „nur“ die Nachfolge oder das Vorbild bleibt, das man auch etwas differenzierter oder in seinem historischen Kontext beurteilen kann, so wie man eben jede historische menschliche Person kritisch und differenziert beurteilen darf und muss.

      Die Frage, ob man sich mit solchen Gedanken in seiner Gemeinde outet, ist eine schwerwiegende. Man kann das nicht ausprobieren, denn wenn der Stein ins Rollen kommt, kann man es nicht mehr ungeschehen machen (außer man widerruft glaubhaft, aber auch dann fühlt man sich im Grunde einsam in der Gemeinschaft mit der kognitiven Dissonanz in seinem Kopf).
      Für mich persönlich endete das damals damit, dass ich von allen Diensten entbunden wurde und mir nahegelegt wurde zu gehen, was sehr schmerzhaft war. Ich vermisse heute noch die Gemeinschaft und viele Menschen, denn für mich ist Gemeinde hauptsächlich auch Beziehung, Leben teilen, mit- und aneinander wachsen, Austausch und Vielfalt.
      Mein Dilemma damals war, dass mir einerseits vermittelt wurde, ich soll und darf über meine Gedanken nicht sprechen, weil es Menschen verwirrt, ärgert und ängstigt. Andererseits wurde mir vorgeworfen, vielleicht schon jahrelang heimlich gedacht zu haben ohne mich dazu zu bekennen. Es wurde mir vorgeworfen, die Gemeinde hintergangen zu haben, weil ich nicht öffentlich erklärt habe, dass ich vieles mittlerweile in Frage stelle, was ich vor Jahrzehnten bei meinem Eintritt noch geglaubt habe. Und dieses Dilemma ist wirklich schwer zu lösen.

      Ich kann sogar die Gemeinde verstehen. Sie haben vielleicht auch wirklich ein Recht darauf,, davon auszugehen und sich darauf zu verlassen, dass alle Mitglieder auch wirklich glauben, was das offizielle Bekenntnis oder Gemeindeverständnis ist und dass man halt austreten muss, wenn dem nicht mehr so ist, weil man sonst ein „Wolf im Schafspelz“ ist, wie mir vorgeworfen wurde. Aber ich bin ja nicht geblieben, weil ich die Leute täuschen wollte, sondern weil ich sie mag und Freundschaften und Bindungen entstanden sind. Und ja, weil – wie in deinem Fall – ja auch (zumindest damals noch) meine Familie mit dranhing (mittlerweile haben sie sich auch ziemlich distanziert, aber das muss ja nicht so sein).

      Wie gesagt, ich habe da keine Lösung. Ich kann beide Seiten verstehen und ich kenne eigentlich keine Gemeinde, die solche Vielfalt und Veränderungen gut hinkriegt. Nur von einer weiß ich, die haben eine Zweifelgruppe gegründet. Eine Art Hauskreis, wo alles gedacht und gesagt werden darf. Aber auch die wird in der Gemeinde natürlich skeptisch beäugt.

      Ich wünsche dir alles, alles Gute und eine gute Entscheidung, interessante Gesprächspartner und auch Menschen in der Gemeinde, die trotz (gravierender) theologischer Unterschiede die Liebe und die Beziehung über ihre religiöse Gedanken und Vorstellungen stellen.

      Auf deinen letzten Satz möchte ich dir noch sagen: Wenn es Gott gibt und er irgendwie personale Züge hat oder ich ihn mir als ein Wesen vorstellen darf, dann würde ich ihn mir so vorstellen, dass er sich freut an deiner Neugier, an deinem Forschergeist, an deinem Mut. Dass er (oder meinetwegen auch sie) liebevoll und aufmunternd auf dich schaut und in allen Wegen mit dir geht, dich vielleicht sogar anspornt und dir Weisheit schenkt, wenn es um konkrete Entscheidungen geht, aber auch die Kraft, Ablehnung und Unverständnis zu ertragen.

      Alles Gute dir,
      Claudia

      1. In meiner Gemeinde sind tatsächlich eine Vielzahl von unterschiedlichen Jesusbildern möglich. In Predigten wird schon eher das der Orthodoxie vertreten, würde ich sagen (mit Ausnahmen), aber in der Gemeinde an sich gibt es eine große Unterschiedlichkeit theologischer Verortungen. Das gefällt mir. Bekenntnisse werden eben nicht zum Shibboleth erhöht, sondern eher als so was wie ein Raum mit Tischen und Stühlen und Sofas, mit Fenstern und Türen und Terrassen, Scheunen und Gärten aufgefasst.

        Ich war jahrelang als Vollzeitler immer wieder auf dem Sprung Atheist zu werden, das war im Kollegenkreis nie ein Problem, sondern war einfach Teil meiner Geschichte.

        Ohne diese Erfahrung würde es Hossa Talk nicht geben.

        Die Angst vor falschem Glauben oder gar das Gefühl, verraten zu werden, wie du es aus deiner Geschichte beschreibst, Claudia, ist etwas, was sich vielfach in christlichen Kontexten beobachten lässt. Aber es ist keinesfalls alternativlos. Da habe ich tatsächlich anderes erleben dürfen.

        Das nur als Nebenbemerkung. Ansonsten – Danke für deine einfühlsame Antwort auf Davids Kommentar, Claudia.

        LG,
        der Jay

      2. @Claudia
        Mein Problem ist auch, dass unsere Gemeinde eigentlich kein klares Glaubensbekenntnis hat. Offiziell sind wir überkonfessionell. Es kann also jeder jede Meinung vertreten, solange er keine Leitungsfunktion hat! Denn praktisch wird von „oben“ klar ein klassisch evangelikaler Glaube gepredigt, mit vielen charismatischen Einflüssen. Das heisst praktisch, dass man nicht öffentlich sagen soll „die Bibel ist nicht = Gottes Wort“. Falls jemand so etwas auch nur andeutet, wird es sofort kommentiert, relativiert, korrigiert. In den Veranstaltungen für Jugendliche, wo auch viele „Ungläubige/Kirchenferne“ dabei sind, kann natürlich jede Frage gestellt werden. Aber ich bin erstens nicht mehr jugendlich und zweitens auch kein Ungläubiger/Kirchenferner 😉

        Ich finde es halt schon sehr schade, dass erwachsenen, integrierten Gemeindegliedern keine Möglchkeit gegeben wird, sich kritisch mit dem Glauben (und er Bibel!) auseinander zu setzen. Deshalb werden wohl die meisten sich bei Zweifeln mit der Standardantwort abfinden: „Gottes Wege sind unergründlich, du musst nur glauben, dass Jesus es gut mit dir meint und alles im Griff hat“. Nur wer existenzielle Probleme hat, dem wird diese Antwort nicht genügen und er wird wahrscheinlich die Gemeinde verlassen und alleinegelassen werden.

        LG, David

    3. Ich verstehe nicht, warum es für manche so wichtig ist, dass Jesus nicht Gott war. Für diejenigen, die das Christuszeugnis ablehnen, gibt es ja viele Möglichkeiten, weltanschauliche Gemeinschaften zu finden. Alle – außer den Christen – glauben, dass Jesus von Nazareth nicht Gott war, der den Himmel zeitweise verlassen hat.
      Gruß Tobias

      1. Vielleicht sollte ich nicht für David sprechen, aber ich hatte ihn eher so verstanden, dass es ihm schwerfällt, das alttestamentliche Messiaszeugnis auf Jesus zu übertragen. Und das er die Deutungen des AT von den ersten Christen auf Jesus hin für ziemlich weit her geholt empfindet. Das klingt mir eher nach einem Plausibilitätsproblem als nach „Ich will nicht, dass Jesus Gottes Sohn ist. Menno.“

        Ein anderer Grund, warum Jesus als Gottheit out sein könnte, ist sicher dass die Schlüsse, die die Kirche so viele Jahrhunderte daraus gezogen hat, heute vielen übel aufstoßen. Ein Jesus der per se Recht hat, einfach weil er Gott ist, hat genau deshalb hunderte von Jahren Gläubige im besten Fall aus der Gemeinschaft geworfen und im schlechtesten einen Kopf kürzer gemacht. Das will man ihm nicht mehr einfach durchgehen lassen.

        Ich glaube ja an Jesus als inkarnierten Gott. für mich ist das einer der schönsten Glaubenssätze, die ich kenne. Dennoch würde ich an der Stelle keine Grenze ziehen. Alle Jahrhunderte hindurch gab es Gläubige, die sich nicht so sicher waren, ob er das tatsächlich gewesen ist oder die den Gedanken sogar frank und frei abgelehnt haben (und nicht selten mit dem Leben dafür bezahlen mussten). Den inquisitorischen Weg hat das Christentum 2000 Jahre lang ausprobiert. Meines Erachtens mit nicht besonders guten Früchten. Deshalb betone ich den gekreuzigten Gott so sehr. Weil hier der Einzige, der für seinen Glauben ausgegrenzt wird, Gott selber ist. Und weil dieser Gott eben nicht vom Kreuz steigt, um die Sache ein für alle Mal klar zu stellen. Es wäre die perfekte Möglichkeit gewesen – der gekreuzigte Gott nutzt sie nicht, sondern stirbt statt dessen.

        Allen, die Jesus hinterher gehen wollen, sich an ihm orientieren wollen, fühle ich mich verbunden. Auch wenn sie das Johannäische Selbstzeugnis dabei nicht unterschreiben oder anders deuten. Ich finde, Jesus hat auch genug an Orientierung und Herausforderung für die zu bieten, die ihn nicht als Gott sehen können. Warum getrennte Wege gehen? Das könnte doch eine sich gegenseitig befruchtende Beziehung hervorrufen, wenn man das miteinander teilt und sich gegenseitig darin anfeuert, Jesus so zu folgen, wie das jeder eben so hinkriegt. Dabei wird man dann sicher auch (zB über theologische Positionen) streiten. Aber im besten Fall schärft das doch nur den Blick aller Seiten.

        LG,
        der Jay

        1. Vielen Dank für deine Antwort mit dem Bekenntnis zu Jesus als inkarniertem Gott. Der christliche Glaube nahm ja seinen Anfang darin, dass einige wenige Jesus als Messias erkannten und bekannten. Im Gegensatz zu ihrer Umwelt.
          Und unsere ganze Hoffnung für uns selbst und die Schöpfung gründet sich darauf, dass er derjenige war und ist, der er beansprucht(e) zu sein. Und eben kein Hochstapler und Möchte-Gern-Gott. Man darf seinen Glauben nicht an den ganzen Zerrbildern festmachen, die Kirchen und Gläubige auch mitzuverantworten haben. Das wär mir noch wichtig, zu betonen!

          1. Dem stimme ich von Herzen zu!!!

            Ich kann nur auch verstehen, wenn andere dies nicht tun (können). Deshalb MEIN Plädoyer, die Kirche im Dorf zu lassen und sich auf Jesus zu konzentrieren. So unterschiedlich das dann auch aussieht.

            LG,
            der Jay

      2. @toblog @Jay, ich hättes es nicht besser als Jay ausdrücken können.

        Einige der Schlussfolgerungen der neutestamentlichen Autoren passen einfach nicht zum alten Testament und den jüdischen Ansichten. Doch auf diese Ansichten baut ja das NT auf. Im NT wird nicht behauptet, dass Jesus ein anderer Gott sei, als der im AT. Wie kann es dann sein, dass es so viele Ungereimtheiten gibt. Besonders die typologischen und allegorischen Auslegungen des AT (und auch NT) sind für mich oft unlogisch. Sie ergeben für mich eben erst dann einen Sinn, wenn ich zugebe, dass die Autoren des NT auch nur Menschen waren und ihren Glauben erklären mussten. Sie mussten ihn gegen die Ansichten ganz konkreter anderer Menschen erklären (siehe Anfang Lukasevangelium). Deshalb wurde auch alles aufgeschrieben, das war nicht von Anfang an so. Von Jesus selbst haben wir schliesslich kein Buch. Christen, die glauben, dass das NT „Gottes Wort“ ist, können meines Erachtens nicht gleichzeitig sagen, dass das AT komplett „Gottes Wort“ ist. Diese müssten dann ehrlicherweise sagen, dass das AT eben maximal teilweise „Gottes Wort“ ist. Die Inspirationslehre müsste eindeutig überarbeitet/überdacht werden.

        Ein kleines Beispiel ist Jesaja 65 und die Offenbarung 21. Da gibt es klare Widersprüche. Hat Gott etwa absichtlich Jesaja oder Johannes etwas Gegenteiliges gesagt? Einmal gibt es im „Neuen Himmel und der Neuen Erde“ noch den Tod und einmal nicht. Bei Jesaja gibt es sogar noch Sünder! Wie will man das nun wieder „glattbügeln“ und sagen, „die Bibel ist die abschliessende Wahrheit von Gott!“? Ich frage mich auch, ob Johannes das bewusst war und er absichtlich gegen diese Ansicht von Jesaja geschrieben hat. Schliesslich ist diese Parallele offensichtlich. Wenn Jesaja (oder wer auch immer der Autor ist) heute Influencer wäre, hätte er Johannes vielleicht so geantwortet: „Anzeige ist raus!“

        Ich habe Theologie an einer überkonfessionellen aber evangelikalen Schule studiert. Dort habe ich gelernt, wie man kritisch und eigenständig glauben kann. Allerdings würde keiner meiner Lehrer meine Ansichten untersützen. Dogmen sind für mich nicht automatisch wahrer, je öfter sie wiederholt wurden.

        Ich richte meinen Glauben klar an Jesus Christus aus. Trotzdem kann ich nicht mehr guten Gewissens Juden (oder irgendwem) erklären, dass Jesus Gott war und sie an ihn glauben müssen um eine Beziehung zu Gott zu haben. Schon gar nicht kann ich sagen, dass sie ohne diesen Glauben in der Hölle landen! Da sei ferne!

        LG, David

        1. Vielleicht ist es (auch) das, was Jesus mit dem neuen Wein und dem alten Schlauch gemeint hat. Etwas so radikal Neues wie die Menschwerdung Gottes muss man mit einer neuen Sprache beschreiben. Die alte Sprache kann darauf hindeuten, aber würden die alten Begriffe und Bilder das Neue überdauern, dann wäre es nichts Neues. Auf der anderen Seite bleibt aber das Alte, aus dem das Neue hervorgegangen ist, insofern wahr und richtig, als dass es die Richtung vorgibt, in der das Neue gedacht werden muss. Wenn das Neue da ist, wird man das Alte also nicht verwerfen, sondern im Lichte des Neuen neu deuten. Und dann ist Jesus z.B. wirklich der prophezeite Retter Israels, auch wenn sich die Rettung auf eine ganz andere Weise vollzieht als die Propheten gedacht haben.
          Was dann die eschatologischen Fragen angeht, stehen wir m.E. vor demselben Problem wie die Schriftgelehrten zur Zeit Jesu. Wir haben zwar Begriffe und Bilder, die sein zweites Kommen beschreiben, aber sobald er wirklich kommt, und dann wiederum etwas völlig Neues anbricht, wird sich wohl selbst der bibeltreueste Evangelikale verwundert seine Augen reiben.
          Was also Gott von sich offenbart, hängt vermutlich stark mit unserem Aufnahmevermögen zusammen. Und so ist es ja auch keine Lüge, wenn eine Mutter ihrem Dreijährigen erzählt, dass der Storch die Kinder bringt, sondern die zu diesem Zeitpunkt vielleicht bestmögliche Variante der Wahrheit.

        2. Hallo David,
          auf das Thema der Inspiration will ich jetzt nicht eingehen. Doch kann man bei gleicher Faktenlage der Texte auch zu ganz andernen Schlussfolgerungen einer Gesamtsicht kommen. Gerade auch zu einer heilsgeschichtlichen Sicht, in der Israel im Millenium eine konkrete Rolle spielt. Viele der alttestamentlichen Verheissungen an Israel bleiben in der Luft hängen, wenn man dies außer Acht lässt. Zugleich wird die Rede von Jerusalem auch als Mehrfacherfüllung im Millenium und auf der Neuen Erde aufzufassen sein. In diesem Neuen Jerusalem ist von keiner Trennung von Juden und Heiden mehr zu lesen.

          Von großer Bedeutung ist mE auch, dass der Neue Bund nicht ein Bund speziell für die Nichtjuden ist, sondern es ist das NT ein neuer Bund für die Juden, der allen Menschen offensteht.

          Gruss Tobias

  4. Habt vielen Dank, ihr drei. Bin gerade immer noch in Etappen dran, den langen Talk zu hören. Bringt Laune und Kurzweiligkeit in den etwas grauen Alltag. Ich erhole mich gerade von Corona. Danke Gofi und Jay für viele gute Gedanken, Impulse, geniale Gäste, manche Provokation (das braucht es ab und an ;)), eure Offenheit und Authentizität in den letzten Jahren.
    Ich wurde auf Hossa Talk aufmerksam, als ich das Buch von Torsten Hebel gekauft habe. Davor gabs eine Begegnung mit Siggi Zimmers Frau. Ich erzählte ihr, dass ich mich gerade aus dem frommen Sumpf „freischwimmen“ muss. Da hat sie mir „Freischwimmer“ empfohlen. Ich hab das Buch und euren Talk mit Torsten gefunden. Seitdem bin ich dabei. Mir gings so, wie – ich glaub Marco war das – in diesem Talk formuliert hat. Da habe ich bemerkt, ich bin nicht allein verrückt geworden. Es gibt noch mehr davon. 😉
    Gofi, alles Gute dir für deine Kunstprojekte. Ich verfolge das gerne weiter.
    Jay, schön, dass du dran bleibst mit Hossa Talk.
    Und welcome, Marco. Freut mich, dass du in Zukunft mit dabei bist. Ich mag sehr deine Wortkunst.
    Seid gesegnet!

  5. Moin zusammen
    Ihr habt in meiner Betrachtungsweise auf eine beachtenswerte menschliche natürliche Weise
    ein Abschiedsritual im Kontext für uns als Zuhörer
    kreiert welches als Beispiel für ehrliche Augenblicke, dienen kann.
    Ihr seit bemerkenswerte Menschen ,Männer, Typen
    mit euren persönlichen Entwicklungsschritten das gebietet meinen Respekt ,mit all der Brüchigkeit
    Multivalenz………Leben halt

    Vielen Dank
    Frank Nix

  6. Blub. Bis zum Ende.

    Und zwar aktiv jede einzelne Sekunde gehört. (Allerdings mit Unterbrechungen 😉 )
    Aber ich hab es genossen.
    Gofi, vielen, vielen Dank für deinen tollen Einsatz. Ich habt mich so sehr weitergebracht und wart in meinem Leben zu einem kritischen Zeitpunkt extrem wichtig für meine persönliche Glaubensentwicklung. Danke!

  7. Achja, ich wollte noch sagen, wo ich den Talk überall gehört hab:

    – Im Auto auf dem Weg zur Arbeit
    – Im Auto von der Arbeit nach Hause
    – Beim einschlafen (Nachtschlaf und Mittagsschlaf)
    – Beim kacken

    Alles mehrfach.

    Danke für eure geilen Talks. Ich werde dich sehr vermissen Gofi!
    Freue mich auf Marco und hoffe, dass er sich gegen Jay behaupten kann.
    Auch wenn ich Jay gerne alleine zuhöre 😉 Interessant fand ich, dass Jay sich so aufgeregt hat, dass er Jakbo genannt wurde von einem Hörer. Ist das etwas, was dich fuchsig macht?

    Blub und liebe Grüße

    1. Interessant fand ich, dass Jay sich so aufgeregt hat, dass er Jakbo genannt wurde von einem Hörer. Ist das etwas, was dich fuchsig macht?

      Nein, das kam eher daher, dass der Hörer, der mich so nannte, mit mir seid bald 30 Jahren befreundet ist… Wenn mich meine Frau Jakob nennt, ist das eines, wenn es jemand tut, bei dem ich sonst IMMER Jay bin, provoziert es eben ein „Häh?“

      LG,
      der Jay

  8. Achja, eine Sache hab ich noch. Verzeiht bitte die hundert Kommentare… aber wenn ich schon mal hier bin. 😀
    Marco klang irgendwie die erste Hälfte des Talks so, als hätte er was im Mund. Hast du heimlich dauernd genascht Marco oder war dir den Wein im Hals gesteckt? Haha

    Liebe Grüße und jetzt ist auch mal Schluss.
    Euer Benni

  9. Stef Baura S

    Blubb! bis zum Ende!
    Vielen Dank, war traurig und lustig und schön.
    Und am Schluss etwas nuschelig…

    Eure Stef

  10. Sascha Biehl

    Am Ende angekommen.
    Wenn ihr getrunken hätte wenn Marco „irgendwie“ gesagt hat wärt ihr richtig hacke gewesen.
    Prost.
    Alles Gute Gofi
    Grüße aus Marburg

  11. So, jetzt habe auch ich Gofi’s Abschiedsfolge zu Ende gehört – blubb!

    Vielen Dank für die akustische Dreier-Party!

    Ich höre euch erst seit September 2019 regelmäßig – und war nach ein paar Folgen total geflasht durch die Entdeckung: Es gibt ja (leider?) auch andere (euch eingeschlossen) Menschen, die ähnlich krasse Erfahrungen im Gemeinde-Umfeld gemacht haben wie ich (und ein großer Teil meines damaligen Jugend-/Junge-Erwachsenen-Kreises) Ende der 80er Anfang der 90er Jahre …

    Unser „Crash“ damals bestand darin, dass wir unseren ins bibelfundamentalistische und Macht-mißbräuchliche abgedrifteten Jugendleiter rausgeschmissen (= abgewählt) haben, um uns danach eigenständig mit Glaubensthemen zu beschäftigen und die Reste unseres Glaubens zusammenzusammeln – diese Phase war wohl so etwas wie eine Dekonstruktionsphase … Für mich aus „frommen“ Elternhaus schmerzhaft, aber wichtig weil Beginn von Befreiung aus ungesunden Denkmustern.

    Damals hätte uns ein Format wie Hossa-Talk sicher sehr geholfen … Hilfreich waren damals die Bücher von Adrian Plass, der sicher von seinen Gedanken her (für mich) in die Richtung gewiesen hat, die ich bei euch dann entdeckt habe: einen Glauben, der Gott radikal zutraut mit jeder unserer Fragen und Zweifel klarzukommen – und Spaß versteht!

    Mir haben viele euer Folgen seelsorgerlich *sehr* gut getan!
    Vielen Dank!

    Ich wünsche euch alles Gute:
    Für Dich Gofi: viel Zeit für Deine Kunst!
    Für Dich Marco: einen guten Einstieg in Hossa-Talk!
    Für Dich Jay: mach weiter so!

    Viele Grüße
    Matthias

  12. Ein fröhliches Hallo an euch drei Hossa Talker,

    nach meinen rund sieben Jahren Hossa Talk könnte ich wirklich richtig viel schreiben, aber ich mach‘ es ganz kurz und sage einfach:

    Danke – für alles, was bisher war, und für alles, was ab jetzt kommt 😉

    Liebe Grüße,

    Conny

    P.S. Mag mich jemand aufklären, was es mit den Blubbs auf sich hat?

      1. Danke, lieber Jay, für deine Antwort,
        ich höre euch immer nachts, wenn ich mit Schlafstörungen wach liege… irgendwann schlafe ich dann „mit euch“ ein, wache wieder auf, starte irgendwo im abgelaufenen Bereich neu… und hatte offenbar das Ende bei eurem aktuellen „Super“-Talk überhört ;-)) …jetzt gerade nachgehört und nun ist die Sache sozusagen „rund“.

        In den zurückliegenden Jahren habe ich die Schlaflosigkeit mit euren Talks tatsächlich schätzen gelernt, da ich tagsüber nicht annähernd soviel Muße zum Zuhören habe/hätte. So hat tatsächlich alles sein Gutes und man muss es nur entdecken 🙂

        Euren Talk Nummer 196 fand ich wieder sehr schön. Und auch ganz besonders das Karlsruher Medley! Viel, viel Wertschätzung habe ich gehört, das ist etwas, woran es unserer Zeit und Gesellschaft leider oft mangelt. Gott segne euch alle, die ihr an der 196 beteiligt wart!

        Gott mit euch allen, liebe Grüße, Conny

        1. Mir wurden damals von einem Freund allgemein Podcasts empfohlen, um besser einzuschlafen. Ich schlafe auch häufig schlecht ein und hab das dann ausprobiert mit Worthaus und HossaTalk.
          Ich finde das echt schön, dass ich nicht die Einzige bin, die schon ab und zu mit HossaTalk eingeschlafen ist. Recht schnell fand ich die Folgen dann so spannend und berührend, sodass sie mir zu schade waren, um sie als Einschlafmethode zu nutzen.

  13. Hallo!

    – Warum sagt Gofi erst hier, daß er Philosophie bei einer Wittgenstein-Koryphäe studiert hat??? Das rückt ihn in ganz anderes Licht mit viel mehr Respekt.
    – Das Gespräch mit M.Blume ist bei mir auch hängengeblieben, weil ich da gemerkt habe, da´er nicht der Trottel ist, als der er im Ketzerpodcast immer dargestellt wird.
    – Mit der Sprache vom Worship könnt ihr nix mehr anfangen? Wirklich? Ich habe Zweifel: https://www.youtube.com/watch?v=ZbXwptVy8T4
    – Warum hat Gofi was dagegen, wenn jemand sagt, daß er sich von Gott geliebt fühlt? Das ist doch der wesentliche Inhalt des positiven Gottesbildes, das ihr letztens noch gesucht habt.
    – Geistesgabe des Zweifelns: Steht so nicht in der Bibel. Fände ich akzeptabel als Teil der Geistesgabe der Lehre. Sonst würde man ja gegensätzliche Auffassungen glauben, z.B.: Sola Scriptura versus Autorität des römischen Lehramtes, Prädestination versus Entscheidung für oder gegen Gott aus freiem Willen, Trinität versus Unitarismus, komplette Heiligung versus Simul Iustus et Peccator, physische versus kerygmatische Auferstehung, Souveränität Gottes versus OpenTheology, jeden Bibelspruch gleich gewichten versus Gesetz und Evangelium. Bei Jay sehe ich aber eine Tendenz von Zweifel als Selbstzweck.
    – Die Folge mit Markus Till vom 13.5.2018 ist in mehrfacher Hinsicht interessant: Gofi sagt da, daß er Sola Gratia theoretisch geglaubt, aber in seinen leistungsorientierten Strukturen nicht umgesetzt hat. Das war für mich eine ganz starke Seite an Hossa Talk. Gofi meint auch, daß es auch um die Ausscheidung des Falschen geht, damit man besser erkennt, was im Glauben richtig ist. Ich habe Zweifel, daß das noch das Anliegen von Hossa Talk ist. Stattdessen habe ich mittlerweile den Eindruck, daß es nur noch darum geht, Fragen zu stellen, während Antworten mehr und mehr verpönt sind. Es gibt dann kein Hossarchistentum, welches um die Welt gebracht werden kann.
    – Markus Till hat in der Folge mit ihm auch Zweifel geäußert, ob er mit Siggi Abendmahl feiern würde.
    Offenbarung 2: „2 Ich kenne deine Werke und deine Mühsal und deine Geduld und weiß, dass du die Bösen nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die sagen, sie seien Apostel und sind’s nicht, und hast sie als Lügner befunden“ In seiner Auslegung der Passage mit den falschen Aposteln am 5.6.2022, 15:15-16:45, in Tübingen hat Siggi als einziges Beispiel für eine Person der Gegenwart mit angemaßter Autorität von einem Mann gesprochen, der öffentlich erklärt hat, nicht mit ihm Abendmahl feiern zu wollen. Hossa-Talk-Kenner wußten gleich, wer gemeint ist. Siggi freut sich, daß mittlerweile Protestanten und Katholiken sich nicht mehr feind sind, aber in der aktuellen theologischen Kontroverse, in die er selbst verwickelt ist, reagiert er ähnlich wie Luther, der den Papst zum Antichristen erklärt hat. Interessante und bedauerliche Wirkung dieser Hossa-Folge.
    – Autismus ist ein spannendes Thema. Schade, daß Gofi dazu nie mehr gesagt habt.
    – Daß Leute durch Hossa-Talk Atheisten geworden sind, scheint mir nicht sinnvoll. Aber vielleicht habe ich Unrecht. Zweifeln heißt ja letztlich, mit allen Möglichkeiten zu rechnen: Vielleicht seid ihr in solchen Fällen ein Wirken Gottes, nicht-auserwählte Gefäße des Zornes der ewigen Verdammnis zuzuführen (Römer 9, 22)? Ohne Gott bleibt niemand dabei: https://www.youtube.com/watch?v=CK-QdF64yng
    – Schade ist, daß ihr mehrfach vulgäre Sprache verwendet. Braucht man die für „Authentizität“ wirklich? Ich habe da Zweifel.
    – Interessant zu erfahren, daß Mira Ungewitter schon vergeben ist. Hat die wirklich den Richtigen abbekommen? Sicher sind da gewisse Zweifel erlaubt? 😉
    – Ein Mann hat zu einer Frau gesagt, daß Gott ihm im hörenden Gebet gesagt habe, die beiden müßten heiraten. Die Geschichte habe ich zuerst bei euch gehört. Aber auf der Sommerfreizeit einer charismatisch-lutherischen Gemeinde haben zwei Gemeinde-Prophetinnen beim Prophezeien-Üben vor einigen Tagen dieselbe Geschichte erwähnt und vor solchem Unfug gewarnt. Ihr wurdet nicht erwähnt. Ob das wohl schon jenseits von euch die Runde macht, weil ihr zur Popularisierung der Geschichte beigetragen habt???
    – Jays Argument für Gott und die Sühneopfertheologie sind gar nicht so weit voneinander entfernt. Die zugrundeliegenden Emotionen sind ähnlich: Gott geht in die menschliche Misere hinein. Leicht unterschiedlich sind die Perspektiven auf diese Misere: Die Sühneopfertheologen sehen eher den Menschen, der sich selbst ins Unglück stürzt. Jay sieht eher den allgemeinen Zustand der Welt. Yeschua hatte in Nazareth in Anschluß an Jesaja 61, 1-2 eine umfassende Perspektive.
    – Warum leben Christen zuwenig Liebe?
    Frage ich mich auch.
    1. In der Gemeinde, mit der ich auf Freizeit war, wird die Liebe schon gelebt. Der Unterschied zur Welt ist sichtbar. Einige sind auch extra deswegen nach Leipzig gezogen.
    2. Damit wir nicht eingebildet werden, sondern von Gottes Gnade abhängig bleiben.
    3. Martin Luther sagt in De Servo Arbitrio, daß die Kirche, die so genannt ist, gar nicht die Kirche ist, und daß diejenigen Wenigen, die wirklich die Kirche sind, nicht so genannt werden. Anders gesagt: Nur weil einer scheinbar Christ ist, muß er ja nicht wiedergeboren sein.
    4. Es gibt im NT mehrere Liebesgebote. In 1. Johannes geht es vor allem um das Gebot der Liebe untereinander, nicht zu Nicht-Christen. Das liegt daran, daß nur gegenseitige Liebe Synergie-Effekte hervorruft, die das Leben angenehm machen.
    5. Letztlich weiß ich es auch nicht immer so genau.
    – Jetzt habt ihr die Zuhörer wieder mal heiß gemacht: Wo ist die Abschrift des Gespräches zwischen Ulrich Parzany und der liberalen Häretikerin? Was wurde geleugnet – Unfehlbarkeit der Schrift, leibliche Auferstehung, Jungfrauengeburt, Geistesgaben, Wunder in der Gegenwart, Trinität, Jesus als einziger Weg zu Gott, Objektivität der christlichen Lehre, Göttlichkeit Jesu??? Beim Idealisten-Podcast gibt es ein interessantes Interview mit Ulrich Parzany, wo er erzählt, daß er zwei schwarze Kinder adoptiert hat, und sich über den Rassismus in Deutschland beschwert. Wenn man will, würde man Anknüpfungspunkte für ein Gespräch mit Parzany finden.
    – „Loosing my religion“ von R.E.M. habe ich gehört, bevor ich um 1994 komplett abgefallen bin. Ich bin aber musikalisch nicht in meiner Jugend hängengeblieben wie eure Hörerinnen, sondern schwanke zwischen sowas wie https://www.youtube.com/watch?v=2qzEEISZYbI und https://www.youtube.com/watch?v=2go_dOJVwc4
    – Wir sollen hier schreiben, daß wir den Talk bis zum Ende gehört haben. Blubb! Das bittere Ende von Gofi Müller bei Hossa Talk habe ich gehört.
    – Was wird nun auf uns zukommen? Ist Michalzik ein Anhänger von Schleiermacher?

    Alles Gute!

  14. Auch von mir ein herzlicher Gruß und Dank an Gofi für 196 feine Folgen Hossa Talk, die mal laut, mal leise, mal ernst, mal lustig, mal traurig, mal wütend waren, aber stets Tiefgang hatten, und mir in meinem Glaubensprozess unter dem Strich mehr weitergeholfen haben als 30 Jahre Predigten von der Kanzel. Man hört und liest sich weiter bei Cobains Erben & Co. Ich hoffe für die Zukunft aber auch auf den einen oder anderen Hossa Gastauftritt, und sei es auch nur als Chefsommelier von mighty Jay-F und marvellous Marky Mic.

    Grüße gehen raus an alle RekonstruktionsmechatronikerInnen!

    Und Blubb!

  15. Bernhard Draxler

    Bei Minute 57:26 wurde ein „Ich will nur sagen…“ von Jay überhört und vergessen, anzustossen. Soviel Ordnung und Zeit muss sein ;-)))

  16. zu Annika Brockschmidt: sie hat einen spannenden Podcast: Kreuz und Flagge
    Da kommen immer wieder wechselnde Gesprächspartner-innen. Oft auf Englisch und sehr tiefgründig.
    Dazu war sie zweimal im Hoaxilla Podcast auch zusamen mit Michael Blume.
    Schade , dass das nicht geklappt hat.

    Alles gute Gofi thankyou for different talking 🙂 Wünsche dir für deine Projekte viel Kreativität und bei Cobains Erben hört man sich auch noch.
    Wir sehen uns auf dem Freakstock

  17. Herzlichen Dank für eure Gespräche und die sehr bereichenden Diskussionen!

    Ich bin vor zwei Wochen mit meinen Studium der Gemeindepäadgogik und Sozialen Arbeit fertig geworden und ihr habt mich durch die Zeit begleitet. Deswegen bin ich eh schon in Abschiedsstimmung und da passt dieses Folge gut rein.
    Vielleicht interessiert es euch, manche Argumente und Thesen habe ich mit in die Vorlesungsdiskussion genommen.
    Ich bin gespannt wie Hossa ohne Gofi sein wird, aber vielen Dank Gofi, dass du es bis hier her gemacht hast!

    Blubb bis zum Ende! 😉

    LG aus einer Nordhessischen Stadt

  18. Hallo zusammen,

    schön, dass es mit HT weitergeht, und zugleich Gofi den aus seiner Sicht richtigen Zeitpunkt zum Absprung nimmt. Allen euch dreien Godspeed!

    Piep, blubb, bis zum Ende! VG,
    Stephan

  19. Blubb bis zum Ende😊👍

    Fantastisch! und vielen, vielen Dank für Eure gemeinsame Zeit, Eure Gespräche und Eure Gedanken zu vielen Themen.
    Ich freue mich auf die neuen Folgen mit Marco und Jay.
    Und bei Gofi auf die neuen Kunstprojekte.
    Vor allem warte ich darauf, wie sein Buch weitergeht 😊

    Herzliche Grüße
    Stefanie

  20. In einigen Etappen habt ihr mir meine Quarantäne erträglich gemacht. Vielen Dank euch dreien. Gestern Abend bin ich am Ende angekommen. Blubb 🙂

    Ich bin Anfang dreißig und müsste somit eigentlich in die Zeit von Marco passen, was frühere Glaubensvorstellungen angeht. Allerdings haben mich Jays und Gofis Antwort sehr berührt. Mir geht es ähnlich. Vor 10 Jahren hatte ich viele Fragen und Zweifel, traute mich aber nicht, diesen aktiv nachzugehen. Immerhin geht es ja um „Leben und Tod“. Vom Glaube abfallen, wollte ich auf keinen Fall, denn wer will schon in der Hölle und in der ewigen Verdamnis landen am Ende. Wenn man also mein 20 Jähriges Ich fragen würde, was es zu meinem jetzigen Ich sagen würde dann wahrscheinlich „Du bist nicht mehr richtig gläubig und solltest dringend Buse tun und zurück zum Herrn kommen, wenn du gerettet werden willst!“
    Ich glaube der württembergische Pietismus (in dem ich nun mal aufwuchs) hat da viele konservative Facetten, die in anderen Teilen Deutschlands in den 90ern und 00ern schon aufgehoben wurden.

    Durch Zufall bin ich im Sommer 2018 auf euch gestoßen ohne zu wissen, was ihr macht. Ich hatte einfach einen christlichen Podcast mit bisschen Input, den ich in meiner Gemeinde nicht bekomme, vermutet. Aber dann wart ihr da!!!! und ich kann euch gar nicht beschreiben, wie dankbar ich war/bin, dass es euch gibt. Für mich wart und seid ihr ein Geschenk von Gott. (auch wenn mein früheres Ich das anderes sah und euch als schlimme Verführung beschreiben würde)

    Ihr habt meine Fragen und Gedanken ausgesprochen und ich war plötzlich nicht mehr allein. Dank euch hatte ich den Mut, meinen Fragen nachzugehen und kann heute Zweifel als etwas Gutes ansehen. Dank euch, habe ich meinen Gemeindecrash im letzten Jahr irgendwie überlebt. Auch wenn viele Wunden noch lange Zeit zum heilen brauchen, war ich nicht mehr allein. Ihr wart da und habt mir gezeigt, dass Glaube auch frei und ohne Angst sein kann.
    Leider lagen die Israel Reisen in der Zeit, als ich euch noch nicht kannte. Da wäre ich so gern mitgekommen. Ich war bei einem Regiotreffen in Halle im Herbst 2019. Das war eine so krasse Atmosphäre. „Heilig“ trifft es echt gut.

    Ich wünsche dir Gofi alles Gute und freue mich, dich irgendwann vielleicht an anderer Stelle wiederzusehen.
    Und ich freue mich sehr, dass ihr, Jay und Marco, mir weiterhin viele Impulse für meinen Glauben geben werden. 🙂

  21. Moinsn ihr Drei, v.a. Gofi!

    Albis Frage fand ich stark.
    Mein altes Ich wäre gegenüber meinem aktuellen Ich sehr zwiespältig eingestellt. Zwischen sich präventiv erschießen, um doch noch gerettet zu werden, und großer Bewunderung, weil bei mir in einem parallelen Strang zu meiner Geschichte wie letzens erzählt in mir schon immer auch ein Saatkorn zur größeren Freiheit wie bei Marco gesät war.

    Und das habt ihr ordentlich gegossen!

    Deshalb meine Bitte: Begleitet weiterhin die jungen und auch älteren Evangelikalen aus der Enge in die Freiheit. Bei allem, was sonst noch Gutes dazukommt. Bin gespannt…

  22. Hilde Pérez

    In letzter Zeit hab ich nur noch selten rein gehört, aber jetzt möchte ich mich auch noch mal bedanken.
    Mein Highlight jetzt, bzw der eine Satz, der eingeschlagen hat , fiel wohl in der Folge mit den Frauen von „fundamental frei“ : „warum muss der Glaube in allem, was man so macht den Tag über, präsent sein ? Wieso nicht ganz entspannt ein Thema neben vielen anderen, über das man nicht dauernd reden muss“ – sinngemäß. Ich meine, dass Gofi das gesagt hat. Hat mich sehr weitergebracht im Leben.
    Finde die Argumente für eine Veränderung sehr gut und konsequent – ehrenwert, jeglichem „Personenkult“ von Grund auf vorzubeugen, das ist klasse – und bin gespannt was jetzt kommt!
    Alles Gute für die Zukunft

  23. Blubb bis zum Ende – ich werd Deine Beiträge vermissen, Gofi, und es tut mir echt leid dass es für Dich doch mit einem solchen Beziehungsstress im weitesten Sinn verbunden war. Das ist für mich zwar auch irgendwie nachvollziehbar- für Familie und alte Weggefährten war ja auch viel zum Schlucken dabei – aber ich hätte erwartet oder zumindest erhofft, dass sie sich irgendwann durchringen und versuchen, es zu verstehen. Und sich freuen, was für ein völlig unerwarteter Segen daraus geworden ist. Weil nur so so viele, die sonst wohl aus Enttäuschung dem Glauben und Gott den Rücken gekehrt hätten, eine neue Perspektive bekommen konnten. Ich habe Euch zuerst nur gehört, um meine Tochter zu verstehen – jetzt höre ich (sie nicht mehr) jeden Eurer Podcasts, obwohl ich zT ganz anders ticke und auch oft schlucken muss. Und so bekomme ja auch ich immer wieder neue Perspektiven durch Euch, habe vieles Undenkbare durchdacht und finde das spannend. Auch wenn ich manches weiterhin anders sehe. (Und wenn ich mehr Zeit hätte, mich aus sehr gerne mehr an den Diskussionen beteiligt hätte…)

    Danke Dir Gofi, auch für so langes Durchhalten – Gott mit Dir und Deiner Familie auf den neuen Wegen!
    Euch beiden, Jay und Marco, Gott mit Euch beim Fortschreiben der Hossa-Geschichte!

  24. Es ist vollbracht! Gute Nacht, lieber Gofi!
    Hossa, hossa, hossa!
    Schön, dass es Dich weiterhin gibt!
    Dein Ulrich P.

  25. Thorsten Kroll

    Blubb bis zum Ende. Leider auch nicht in einem Zug. Ihr habt aus meiner Sicht nochmal gut das Ziel von Hossa Talk beschrieben. Das Bild von Gofi von den Schichten, die man abträgt und schaut, was darunter liegt und was trägt, fand ich sehr passend.

  26. Bernhard Draxler

    Wieso eigentlich verschwinden hier dauernd meine Kommentare? Hab jetzt zweimal was gepostet, weil ich fragen wollte, wann die nächste Folge erscheint und jedesmal war es nach kurzer Zeit wieder weg.

    1. Hallo Bernhard,
      die Kommentare verschwinden nicht, sondern wurden bloß noch nicht freigeschaltet (wenn du die Seite aktualisierst, wirkt es dann so, als sei dein Kommentar nicht mehr da – aber wie du siehst, stimmt das nicht). Nach wie vor lese ich jeden Kommentar und manchmal brauche ich etwas Zeit, bis ich das tue und den Kommentar dann freischalten kann. Ich bitte es zu entschuldigen, wenn es mal ein paar Tage dauert. Da wir nicht wollen, dass das Forum mit Spam überschüttet wird, haben wir uns für diesen Weg entschieden.

      Aber um auf deine eigentliche Frage zu antworten, nächsten Sonntag am 18.9. geht es wieder mit Hossa Talk weiter. Und ihr könnt euch freuen, wir haben schon kräftig aufgenommen und ein paar schöne folgen im Gepäck. 🙂

      Lg,
      der Jay

  27. Blubb, bis zum Ende gehört. Gestern Nachmittag bei einer weiteren Joggingrunde die letzte Etappe geschafft. Während eines heftigen Regengusses kam dann das Medley aus Karlsruhe. Sehr passend, bin nicht sicher ob es nur Regen in meinem Gesicht war. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert