23 thoughts on “#120 Raus ins Grüne! (m. A.-M. Apelt)

  1. Bin froh das ihr Euch mit diesem Thema beschäftigt- ist für mich schon länger ein wichtiger Weg meine Spiritualität neu zu entdecken.
    @ Jay: Es gibt übrigens auch die so genannte “kleine Visionssuche” wo man “nur 24 h” allein im Wald ist.
    Vielleicht wäre das etwas für Dich / Euch zum Einstieg.

    1. Danke Raheld für dein Feedback. Und danke für das Teilen dieses besonderen Weges 🙂

  2. DANKE!!
    Schön, Anteil zu haben an anderen, ihren Erfahrungen und Lebensläufen! Und einmal wieder sind es die Brüche im Leben, die näher zu sich selbst, zu anderen und zu Gott führen…Das macht Mut und Hoffnung.
    Ich hab mich an meine Schweige-Exerzitien erinnert gefühlt mit ihren Wahrnehmungsspaziergängen: in der Naturwahrnehmung lernen, über Gott zu staunen, über diese nicht fassbare Schöpferkraft, mich gerade dadurch bei ihm aufgehoben fühlen, Frieden empfinden dabei, ihn nicht fassen und deuten können zu MÜSSEN. Zeiten/Orte zu haben in/an denen “das Wort”, das ich im Lesen/Hören geistig aufnehme, sich ausbreiten kann in meine Seele und in meinen Körper. Gott als ganzheitlichen Gott erfahren, dem ich auch in anderen Dingen begegne als im Lesen/Hören der Bibel und von Predigten. Und auch mit anderen Sinnen (“schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist”). Erleben, dass nicht-kopfgesteuerte Erfahrungen mir die Wahrheit dessen aufschließen können, was ich lese und höre.

    Zu der gefährlichen Seite der Natur: Ich finde das unbedingt wichtig, die (wieder) mitzudenken. Gerade in der westlich-industrialisierten Gesellschaft. In einem Interview hat ein kanadischer Native mal gesagt: “Wir (als Menschheit) haben im Laufe der Zeit vergessen, dass wir die Natur brauchen, um zu überleben, sie uns aber nicht”. Vielleicht hätte die Bewusstmachung der bedrohlichen Kraft der Natur auch Einfluss darauf, wie man die Theodizeefrage behandelt. Ich hab den Eindruck, die wird immer dann aus dem Hut gezaubert, wenn es Naturkatastrophen gibt – vielleicht war das in früheren Generationen gar nicht die drängende Frage, weil man sich viel mehr bewusst war, die mächtig die Natur ist. Und die Moderne hat das Denken geprägt, dass man als Mensch über den Dingen steht, weil man so fortschrittlich ist, die Natur für die eigenen Zwecke benutzen kann, wie es einem gefällt und “Herr der Lage” ist. Genauso auch in der Medizin im Hinblick auf Krankheiten und das Sterben.

    Da ihr Jay’s Predigt zu trinitarischer Spiritualität nicht verlinkt habt und ich sie verlinkenswert finde: https://www.andreasgemeinde.de/fileadmin/andreasgemeinde/Download/Predigten/2018/audio/2018-05-27_Was_heisst_trinitarisch_Glauben-Friedrichs.mp3

      1. Jo, das macht euch sympathisch 🙂 Besser jedenfalls, als diese hippen charismatischen Preachers, die immer 5 Marketingfuzzis an der Hand haben, um ihre Message zu verkaufen…
        Und Gofi durfte ja auch seinen goficast bewerben, also ganz so Totalversager seid ihr ja nicht 😉

    1. Liebe Katja, wie schön von di auch zu hören. ich wünsche dir in deinen “Schmecken und Sehen” – der ganzheitliche Erfahrungen alles Gute. Vielen Dank für deinen lieben Kommentar! herzlichst Anne-Maria

  3. Vielen Dank für diese Impulse. Als meine Zeit immer knapper wurde (Familie, Beruf) habe ich mir mal überlegt, welche meiner Hobbys ich weitermachen möchte und geblieben ist alles, was draußen gemacht wird. Für mich ist das “draußen sein” so etwas wie ein Resonanzkörper, der mir hilf in mich hineinzuhören, bzw. das deutlicher wahrzunehmen, was evtl. Gott mir in meine Gedanken gibt.

    Liebe Grüße
    Daniel

    1. Sehr gern geschehen und immer wieder gute Erfahrung und gutes Hören im Resonanzraum Natur.

  4. Passt ein bisschen hier dazu (weil es eher kopflastig ist 😉 ): Kennt ihr das Projekt Mockingbird? Da haben sich in Amerika Leute zusammengetan und versuchen zu zeigen, wie sich in verschiedenen Lebensbereichen unserer Welt die Botschaft von Gottes Liebe&Gnade ausdrückt (Ausgangspunkt war die Frage, wie man junge Leute erreichen kann, die von Kirche/Gemeinde verletzt/enttäuscht sind). Ich find das super spannend, wo man Gott überall begegnen kann, wenn man mal mit einem anderen Blick auf die Welt schaut.
    https://mbird.com/

  5. Vielen Dank für den Talk. Hat mir gut gefallen und mich neugierig auf mehr gemacht.
    Habe gleich ein wenig im Netz gesurft, um noch weitere Informationen zu bekommen. Sehr spannende Themen, die mir dort begegnet sind…
    Und da wir bei Hossa-Talk sind, traue ich mich nun auch folgende Fragen dazu zu stellen:
    Immer wieder gibt es spirituelle Rituale anderen Religionen, Völker und Kulturen, die uns sehr ansprechen und auch herausfordern. Die uns bereichern und in neues Land führen.
    Da wirken Kräfte zwischen Himmel und Erde. Unsichtbares bewegt Sichtbares.
    Selbst christlich-konservativ aufgewachsen komme ich immer wieder in Konflikt, da ich bisher der Überzeugung war, dass es nur die eine gute Kraft („meines“) Gottes gibt.
    Wo zieht ihr da eine Linie?
    Ist es immer nur mein eigenes Ermessen und/oder Gespür dafür was positiv oder negativ ist?
    Gibt es eurer Meinung nach, schädliche und ungute Kräfte?
    Begebe ich mich eventuell in Gefahr (dämonische)?
    Wahrscheinlich bin ich da noch nicht so weit, wie viele von euch, um das gut einsortieren zu können.
    Z.B. würde ich nie Tote befragen lassen, Gläserrücken oder mich in eine Kirche begeben, in der der Satan angebetet wird. Schon Yoga (Buch: „Tod eines Gurus“ – christlicher Bestseller vor Jahren) und Horoskope bereiten mir Bauchschmerzen.
    Gibt es Besessenheit?
    Die Bösartigkeit von Ausschwitzt und die zerstörerische Kraft der Alkoholsucht sind schwer zu erklären OHNE nicht an „SEHR negativ wirkende Kräfte/Mächte“ zu denken.
    By the way, damit meine ich natürlich nicht Anne-Maria und ihre Projekte – bitte differenzieren!
    Ich möchte hier nichts dämonisieren, wozu ich aber sicherlich als Ex-Evangelikale immer noch neige.
    Bin eher etwas ratlos und warte mal auf eure Ideen dazu….

    P.S. Habe in Erinnerung, dass immer noch ein Talk aussteht (seit 2017!) über “Kräfte zwischen Himmel und Erde” und “Engel” – das hat sich der Gofi gewüsnscht

    1. Liebe Astrid, ich kann deine Fragen sehr gut verstehen und hatte mir diese aufgrund meiner evangelikalen Prägung auch gestellt. Mittlerweile bin ich aber der Meinung, dass es nicht hilfreich ist, eine bestimmte Linie zu ziehen. Auch die dualistische Einstufung als gut oder böse führt m.E. nicht weiter. Wenn wir wahrnehmen wer wir wirklich sind bzw. unseres Seins und der Unsterblichkeit unserer Seele gewahr werden, ist dies ein Zustand ohne Angst. Durch das Suchen des Bösen im Außen bzw. im Verbrecher oder in bösen Geistern, verdrängen wir nur die eigene Schattenseite, die jeder hat. Ich denke, dass du selbst spüren kannst, was für dich hilfreich ist. Ich hatte z.B. auch Vorbehalte gegen Yoga wegen des spirituellen Hintergrunds. Heute gefällt mir gerade die Ganzheitlichkeit der Übungen sehr gut.

      1. …mal abgesehen davon, dass die Unsterblichkeit der Seele keine jüdisch-christliche Vorstellung ist (https://worthaus.org/worthausmedien/wie-glaubwuerdig-ist-die-botschaft-von-der-auferweckung-jesu-8-7-1/, ab Minute 12 ungefähr) – aber du darfst es dir natürlich so vorstellen, wenn es dir hilft 🙂 – glaube ich auch, dass gerade bei Körperübungen wie Yoga, Taichi und QiGong man keinen spirituellen Hintergrund braucht, damit sie gut tun. Ich finde das Denken sehr arrogant, dass man Körperübungen, die aus einem anderen spirituellen Hintergrund kommen als dem jüdisch-christlichen, sofort Bösartigkeit unterstellt. Die Leute damals haben diese Übungen entwickelt, weil sie festgestellt haben, dass ihr Körper und ihre Seele eine Einheit bilden und weil sie gemerkt haben, dass sie ihnen gut tun. Sie sind viel älter als das Christentum (evtl auch älter als das Judentum) und völlig unabhängig davon entstanden – wie man da auf die Idee kommt, dass sie ANTI-christlich sind, ist mir nicht klar.
        Ich hatte neulich sogar eine besonders eindrucksvolle Erfahrung bei QiGong, die mir meinen Glauben wieder ein Stück vertieft hat. Da gibt es eine Übung, in der man sich vorstellen soll, dass man die Energie, die um einen herum ist, in den Farben des Regenbogens aufsammelt und zu seinem Herzen bringt, das Herz mit Friede, Freude und Liebe auffüllen lässt und danach den Frieden etc. an die Außenwelt weitergibt. Ich konnte damit nie etwas anfangen, hab die Übung schon über 100 Mal gemacht. Und das eine Mal stand ich da und als die Trainerin das mit dem Regenbogen sagte, hatte ich plötzlich ein Aha-Erlebnis: Ja, klar, der Regenbogen – der Bogen, den Gott in den Himmel setzte: Gott hat Frieden mit mir/ mit der Welt gemacht! DAS ist das A und O und die Grundlage dafür, dass ich ohne Angst vor Gott leben kann, lieben kann und Frieden stiften kann. Und das bringe ich jetzt mal aktiv, körperlich zu meinem Herzen, lasse es wirken und gebe es weiter.

        1. Ich hatte den Loop für mich zwar schon abgeschlossen, da ich dogmatische Diskussionen nicht (mehr) für sinnvoll bzw. zielführend halte. Nachdem ich heute in dem Vortrag „Das Unzerstörbare in uns“ über Kafkas Aphorismen war, kann ich es doch nicht lassen, hierzu noch etwas zu sagen. Die Aussage, dass die Unsterblichkeit der Seele keine jüdisch-christliche Vostellung sei, ist so pauschal jedenfalls nicht zutreffend. Nicht alles, was „Guru“ Siggi Zimmer, den ich ansonsten sehr schätze, sagt, ist richtig. Auch die größte christliche Kirche vertritt offiziell die Lehre der Unsterblichkeit der Seele. Im sehr interessanten Artikel zum Stichwort Seele auf Wikipedia kann man nachlesen, dass hierüber auch im Judentum und Christentum lange diskutiert wurde und bis heute hierzu unterschiedliche Meinungen vertreten werden. Ich persönlich glaube zutiefst an die Unzerstörbarkeit in uns, nicht als Dogma aber als etwas für mich Essentielles und Erfahrbares. Dies ist mir heute nochmals bewusst geworden. Daneben war es wirklich schön den Auslegungen zu den wenig bekannten Aphorismen Kafkas zu folgen. Dass Kafka nicht nur einer der wichtigsten Autoren des vorherigen Jahrhunderts war, sondern auch ein zutiefst spiritueller Mensch war, hat mich bewegt und war mir bisher nicht bekannt.

          1. Danke für die Ergänzung.
            Auch nicht alles, was Guru Kafka sagt, ist richtig 😉
            Meine Aussage klang tatsächlich pauschal. Es ist wichtig, zu differenzieren, was man über die Unsterblichkeit der Seele in den jüdisch-christlichen biblischen Texten findet und was man in der Kirchengeschichte dazu findet. Und wenn ich Herrn Zimmer recht verstanden habe, referiert er darüber, was es in den jüdisch-christlichen Urtexten dazu zu finden gibt (nämlich nichts).
            Wie gesagt, wenn es dir hilft, dir deine Seele als unsterblich vorzustellen, kannst du das ja so machen.
            Und ich finde die Vorstellung von einer sterblichen Seele jedenfalls sehr befreiend. Denn je besser ich meine Seele kennen lerne, desto hilfreicher finde ich die Vorstellung, dass es einmal eine komplette Neuschöpfung gibt, das Alte vergeht und Neues wird.

      2. danke Daniel für die schöne Antwort. Wenn @astrid gesurft ist, wird sie sicherlich auch allerlei unterschiedliche Dinge gefunden haben. Die Bandbreite der Anbieter, Ansichten und Erfahrungen ist ziemlich breit gestreut. Und auch wenn mir davon selbst einige fremd ist oder seltsam, so würde ich die Aussage von @daniel unterstreichen, dass es sich sehr lohnt eine integrale Sicht auf die DInge zu gewinnen. Herzlichst, Anne-Maria
        @astrid: auch schon auf http://www.lebensentdeckungsreisen.de gesurft?

    2. Ich frage mich, ob es uns Menschen überhaupt möglich ist, nicht dualistisch zu denken, nicht in böse/schädlich und gut/lebensförderlich einzuteilen. Vermutlich ist das evolutionstechnisch schon ganz sinnvoll angelegt, dass wir das können…
      Ich glaube, dass es ein postevangelikaler/postchristlicher Trugschluss ist, zu meinen, man würde nicht mehr dualistisch denken (nur weil man jetzt “das Göttliche” auch anderswo als im Christentum findet). Mir hat kurz nach meiner befreienden Neuorientierung jemand gesagt, das was ich jetzt vertrete, sei im Kern genauso schwarzweiß-exklusiv wie das Vorherige. Das hat mich nachdenklich gemacht. Und wenn ich mir manche Aussagen von Postevangelikalen/integralen Postchristen ansehe, wissen die tatsächlich sehr genau, wo das Böse sitzt, wo schädliche Gedanken verbreitet werden: nämlich im evangelikalen Christentum. Und sie haben kein Problem damit, Menschen, die bestimmte christliche Begriffe verwenden oder eine etwas andere Sichtweise haben als sie, negativ als “evangelikal-konservativ” abzustempeln und auf Anfragen/Kritik entweder pampig oder gar nicht zu reagieren (denn: das “tut ihnen nicht gut”). Das halte ich für ziemlich dualistisch.
      Also ich meine, ich kann nicht einerseits über “Glaubensvergiftung in der Kindheit” sprechen und andererseits behaupten, ich würde nicht dualistisch denken.
      Gerade als Postevangelikale haben wir doch die Erfahrung gemacht, dass es Denkweisen, Menschenbilder und Systeme gibt, die schädlich sind, die krank machen. Ich habe in den vergangenen Jahren auch einige Leute mit nicht-religiösem Background kennengelernt, die psychisch und körperlich aufgrund bestimmter Denkweisen und Menschenbilder krank geworden sind. Dort habe ich dieselben Muster entdeckt, die auch mir (in religiöser Form) geschadet haben.

      Aufgrund meiner eigenen Lebenserfahrungen und dem Kontakt mit Menschen, die aus nicht-religiösen Denkweisen heraus seelisch schweren Schaden genommen haben, stelle ich mir mittlerweile folgende Fragen, wenn ich mich mit bestimmten Denkweisen/Menschen-&Gottesbildern beschäftige:
      Stiftet das (inneren und äußeren) Frieden? Ist es liebevoll? Fördert es Gemeinschaft, Empathie, Zuwendung zu anderen Menschen? Darf man dort auch schwach und unvollkommen sein? Geht es da fair zu? Darf man sich Zeit lassen? Darf man da bedingungslos einfach “so sein”? Darf man kritische Anfragen stellen? Wird man dadurch selbst kritikfähiger und hilft es zur Selbstreflexion/-relativierung? Gibt es dort Leichtigkeit und Humor? Sind tonangebende Personen/Vorbilder dort kritikfähig und bereit, sich ggf zu verändern?
      Oder wird da mit Druck und Gewalt gearbeitet, Gewalt verherrlicht oder verharmlost? Spielt Angst eine wesentliche Rolle? Ist es egozentrisch? Fordert es Leistung? Verspricht es Menschen, über den Dingen stehen zu können, alles im Griff zu haben, “auf der richtigen Seite” zu stehen? Verspricht es Menschen, wenn sie bestimmte Dinge tun, perfekt werden zu können, reich, vollkommen gesund, erfolgreich, mächtig etc.? Ist man dort nur akzeptiert, wenn man etwas bestimmtes vorweisen kann? Bereichern sich Menschen aufgrund der Ahnungs- und Hilflosigkeit von anderen? Werden Einzelpersonen gehyped/verehrt, gibt es sektenähnliche Strukturen, wird man ausgegrenzt oder verachtet, wenn man nicht so denkt wie der Mainstream?
      Und neben diesen Fragen gehe ich tatsächlich auch oft nach Bauchgefühl. Wenn ich Bekommenheit empfinde oder mich etwas anwidert, lass ich es. Und wenn ich manche “Gurus”/Prediger grundunsympathisch finde (für mich ist das zB oft der Blick oder die Stimme von Menschen), fühle ich mich nicht dazu verpflichtet, ihnen meine Aufmerksamkeit zu schenken und das gut zu finden, was sie sagen.

  6. P.S. Habe mal ein Video gesehen in dem Christen in Kanada die Ausgiessung EINES sog. hl. Geistest erlebt haben….die haben wie Hunde gebellt und sind am Boden gekrochen zur Ehre und Anbetung EINES Gottes.
    Hatte sofort die Assoziation mit dem Film „Ein Leben für ein Leben“ in dem ein KZ-Häftling erniedrigt wird sich wie der Hund für eines KZ-Aufseher dort zu geben.
    Wollte damit aufzeigen, wie verwischt die Grenzen sind….für mich….und ich viele Geister sehe, gute wie weniger gute….
    astrid

  7. Daniel,
    danke für deine Antwort auf meine Frage.
    Meinst du also, dass wir Menschen es also selbst sind, die sich Welten und Wesen erschaffen, die sich verselbständigen können und eine Menge an Kraft entwickeln? Diese Wirklichkeit existiert dann tatsächlich für den Betroffenen. Aus diesem Grund wird er ihr auch genau deshalb begegnen…?

    Habe da wohl noch voll das mittelalterlich-evangelikale Glaubenskonstrukt, welches sich äußerst hartnäckig zeigt.

    Katja,
    ja, das ist richtig! Dieses Denken ist arrogant! Kann deinen Erklärungen dazu sehr gut folgen und werde mich weiter damit beschäftigen. Danke!

    Es wird so sein, dass es an mir liegt mich nach dem Guten auszustrecken, durchfluten zu lassen und dann (hoffentlich) auszustrahlen.

    astrid

    1. Primär ging es mir um die Auseinandersetzung mit den eigenen inneren „Dämonen“. Wenn wir das „Böse“ als normalen Bestandteil von uns begreifen, verliert es seine Bedrohlichkeit. Wenn ich mich z.B. über die Fremdenfeindlichkeit der AFD aufrege, könnte ich mich stattdessen fragen, was mein Anteil an diesem Thema ist. Wo reagiere ich voreingenommen auf Personen, die anders aussehen oder zu einer anderen Kultur oder Religion gehören. Wie kann ich konkret Flüchtlingen helfen oder dazu beitragen, dass sich andere angenommen fühlen. Oder weil heute Europawahl ist: Welche Partei wähle ich? Hierzu hat Rezo in seinem wirklich beeindruckenden und aufrüttelnden Video deutlich gemacht, dass die C-Parteien sicher keine Alternative sind.
      Aber zurück zu deiner Frage. Natürlich schaffen wir uns auch selbst Wesen und Welten, die dann Teil unserer subjektiven Wirklichkeit werden. Ein schönes Beispiel ist die Figur des Teufels. Z.B. hat der ursprüngliche heidnische Brauch „Betane“ zur Walpurgisnacht mit dem Teufel nichts zu tun. Es handelt sich lediglich um ein Fruchtbarkeitsfest an dem ausgelassen und zum Teil wohl auch sexuell freizügig symbolisch die Hochzeit von Erde und Sonne gefeiert wurde und auch heute noch in den Mai getanzt wird. Erst die Kirche hat hier den Teufel ins Spiel gebracht und den Mythos verbreitet, dass es in dieser Nacht die Hexen mit dem Teufel treiben, um das „unmoralische“ heidnische Treiben zu beenden. Das ist der christlichen Kirche aber zum Glück nicht gelungen, so dass zumindest in Bayern noch in vielen Orten am 1. Mai ein großes Fruchtbarkeitssymbol aufgestellt wird.
      Nach meiner Befreiung von diesen angstmachenden Vorstellungen konnte ich „Satan“ nicht einmal auf einem Black-Metal-Konzert finden und habe diese „Messe“ auf nicht gruseliger empfunden als die katholische Weihnachtsmette im letzten Jahr, nur dass es dort statt nach Weihrauch nach Schwefel roch ;-).
      Herzliche Grüße, Daniel

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