Es wird behauptet, dass die Gleichberechtigung der Geschlechter längst erreicht ist. Aber die Autorin und systemische Beraterin Veronika Schmidt aus dem Schweizer Schaffhausen ist da ganz anderer Ansicht. Sie hat ein mutiges Buch zu dem Thema geschrieben, das vor allem die Verhältnisse in christlich-freikirchlichen Kreisen aufs Korn nimmt. Sie meint: In den Augen Gottes waren die Geschlechter von Anfang an nicht nur gleichWERTIG, sondern auch gleichBERECHTIGT. Worin der Unterschied besteht, was sie antreibt und warum sie ihr Buch als eine ‚entschärfte Bombe‘ bezeichnet – das alles erfahrt ihr in diesem hörenswerten Talk. Viel Spaß!

3 thoughts on “#171 Endlich Gleich! – Warum Frauen noch immer nicht gleichberechtigt sind (m. Veronika Schmidt)

  1. Die fehlende Resonanz wundert mich gar nicht.

    Mir persönlich fällt es schwer, ein Fazit aus diesem Talk zu ziehen, da sich außer den üblichen Weichmachern nicht viel Substanzielles finden ließ.

    Wenn das Frauenwahlrecht nach 100 Jahren immer noch als höchstes Gut der Frauenrechtsbewegung herhalten muss, dann muss man wohl zurückfragen, wohin 100 Jahre Frauenwahlrecht uns geführt haben.
    Etwa zu einer gerechteren Familienpolitik?
    Mitnichten, sondern zum Ausbau der Kinderkrippen, Ganztagsunterricht etc. pp., damit sich die Frauen “verwirklichen” können. Was sexy daran sein soll, dass Frauen jetzt auch noch Karriere machen (ersetze Karriere durch 40 Jahre Einzelhandelskauffrau oder 40 Jahre am Fließband usw.), weiß kein Mensch. Was man aber weiß, ist, dass es finanziell eben anders nicht geht.
    Frauen, die lieber arbeiten wollen anstatt Kinder zu bekommen – ja, bitte. Ich möchte nicht das Kind einer unglücklichen Mutter sein.
    Frauen, die lieber arbeiten wollten und Kinder bekommen – ja, bitte, aber ich möchte bitte nicht das Kind einer solchen Mutter sein.
    Frauen, die Mütter sein wollen und es finanziell mit ihrem Partner, der in irgendeinem Knebelvertrag hängt, gebacken bekommen. Ja, bitte? Die haben in unserer Gesellschaft keinen Platz.

    Ich messe alle Freiheitsparteien daran, ob sie die Grundlage für eine gelebte Mutterschaft gewährleisten können.

    Die Behauptung, dass Frauen dafür verantwortlich seien, liegt natürlich fern und dennoch muss man wieder fragen: Wo bleibt der weibliche Touch bei den Entscheidungen? Hat Merkel uns eine “weibliche” Politik gebracht oder kennt Macht und Politik einfach kein Geschlecht?

    Ich habe es satt, Antworten wie die der “gegenseitigen Unterordnung” zu bekommen. Blaupausen, nichts als Rosamunde Pilcher. Wer soll denn jetzt entscheiden, wenn zwei sich uneins sind?

    Sorry für den Rant, aber das musste mal so ungefiltert raus.

    1. Moin, Kriti-Sir

      Ich messe alle Freiheitsparteien daran, ob sie die Grundlage für eine gelebte Mutterschaft gewährleisten können.

      Das wäre mir persönlich ein zu einseitiger Maßstab für eine Gesellschaft.

      Ich habe es satt, Antworten wie die der “gegenseitigen Unterordnung” zu bekommen. Blaupausen, nichts als Rosamunde Pilcher. Wer soll denn jetzt entscheiden, wenn zwei sich uneins sind?

      Wieso sollte das denn überhaupt eine der beiden Seiten sein müssen? Und weshalb gerade die männliche?

      LG,
      der Jay

  2. Hi, Leute I
    ich bin auch ein bisschen gespalten.
    Hab ehrlicher Weise das Buch noch nicht gelesen, nur die Beschreibungen, es muss schon top sein, und vielleicht auch komplett revolutionär für Freikirchlich geprägte Menschen, und auf jeden Fall hilfreich auch für alle andere Frauen, die ihre Stärke meinen verstecken zu müssen.
    Also: Super! Alltagstauglich! Ich kauf es mir auch, da ich mir noch nicht so viel traue, wie ich gerne würde… harmoniesüchtig sein ist eine meiner Schwächen, die ich zwar überwinde, wenn ich was sehe, was so richtig gemein gegen andere ist.
    Aber für mich selber doch meist eher die Klappe halte. Ich kann also Support auch gut brauchen. Mich selber hat der Glaube eher in eine größere Freiheit gebracht… mein eigener Glaube, und Vorbilder, die ich mir selbst gesucht habe, weil sie mich überzeugen. da sind viele tolle Frauen dabei, Sozialarbeiterinnen und Sozialistinnen und Christinnen. Am liebsten habe ich es, wenn alle drei Komponenten dabei sind. <3 Was Veronika von den Sufragetten sagte, hat mich sehr bewegt…. stimmt wir waren echt schon weiter. Jetzt ist ja Feminismus eine gefährliche Sache, die viele Christ*Innen unglaublich beunruhigt… 🙁

    Eine Anfrage an den Talk habe ich aber schon… die Geschichte mit "Satan hat sich das ausgedacht" die finde ich grottenschlecht. 1. ich glaube nicht an einen Satan, der Strategien schmiedet… an eine destruktive Macht, die sich der Machtbesessenheit, Gier, Bosheit, Feigheit, Unterwürfigkeit, Falschheit von Menschen bedient vielleicht schon eher. Ich bin mir nicht ganz sicher. Aber Täter und Mitläufer eine Entschuldigung zu liefern, Satan hatte da eigentlich schuld, das kann ich jetzt überhaupt nicht nachvollziehen.

    Als Entschuldigung für zögerliches Eintreten für die Gleichberechtigung würde ich eher strukturelle Sünde nehmen… wenn man schon ne Erklärung braucht, warum das so lang geduldet wird.

    Eins bin ich mit ihr, dass Gott gegen jede Art von Unterdrückung ist… was ja vielleicht genügt. Und wir sollten es auch sein. Wir sollten es nicht ertragen, wenn jemand klein gemacht wird…

    und so komm ich zu dem nächsten, was mir auffiel, als ich Veronikas Blog durchgeschaut hab:

    So…. Punkt 2: Warum in Aller Welt greift sie Trans-Frauen auf ihrem Blog an und spricht ihnen das Frau-Sein ab? Oder habe ich es falsch verstanden? Das finde ich jetzt komplett komisch…. so was sucht sich doch keine*r raus….

    Als Cis-Frau bricht mir kein Zacken aus der Krone eine Trans-Frau als Schwester zu sehen.

    Vielleicht antwortest du ja, Veronika…

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