10 thoughts on “Talk #143 100 Dinge, die du nach dem Tod nicht verpassen solltest

  1. Gerade beim Spazierengehen bei schönstem Sonnenschein gehört, hochspannend, vor allem, dass sich die Jenseitsvorstellungen immer irgendwie ähneln.

    Warum Israel erst spät solche Vorstellungen formuliert hat, könnte ich mir auch dadurch erklären, dass die Richtung eine andere ist. D.h. wenn in anderen Kulturen die Menschen auf ein Jenseits zuleben, ist es in Israel so, dass Gott auf das Dieseits zulebt. Wenn also die großen Narrative davon handeln, wie Gott im Hier und Jetzt tätig ist, dann ist das so raumfüllend, dass da vermutlich nicht viel Platz fürs Jenseits bleibt. Im Christentum wird der Bogen ja dann noch einmal weitergespannt, wenn davon die Rede ist, dass die Lebensreise nicht im Himmel endet, sondern auf einer neuen transformierten / verewigten Erde.

    Was meine eigene Hoffnung angeht, so ist der Gott, von dem ich glaube, dass er mich liebt und damit will, dass es mich gibt, der Garant dafür, dass es mich über meinen Tod hinaus geben wird. Mein Glaube an ein Leben nach dem Tod ist damit immer so stark oder schwach wie meine Gottesbeziehung.

    An einen Ganztod, also daran, dass ich nach dem Leben komplett ausgelöscht bin und dann von Gott wieder auferweckt werde, kann ich allerdings aus dem Grund nicht glauben, dass Gott, wenn er mich aus dem Nichts wieder auferwecken würde, wissen müsste, wie es ist, ich zu sein. Wenn er mein Ich aber denken könnte, dann liegt es nahe, dass er ich ist – und in solche pantheistischen Ideen will ich ungern abdriften.

    Da ich andererseits davon ausgehe, dass mein Ich eine Denkleistung ist und eine Denkleistung eine Denkstruktur voraussetzt, kann ich mir vorstellen, dass mich Gott in eine geistige Struktur transformiert, die sich – Lewis folgend – im Jenseits genauso fest anfühlt wie Materie im Diesseits.

    Und zum Schluss noch etwas Persönliches: Ich wurde neulich beim Musikhören derart ergriffen, dass ich in meinen Gedanken Jesus vor mir stehen gesehen habe. Seine Gestalt war abstrakt (schließlich war es – denke ich – keine Vision, sondern nur ein Gedanke), aber dafür war ein Gefühl so intensiv, dass es mich wahnsinnig berührt hat – und das war das Gefühl, dass sich Jesus so stark über meine Gegenwart freut wie ich es, obwohl ich mich auch von Menschen geliebt weiß, noch nie erlebt habe. Es war ein Gefühl, in den Himmel zu kommen, und einen sich diebisch freuenden Jesus anzutreffen, der nun endlich Zeit mit mir verbringen darf und es kaum erwarten kann, mir die schönsten Plätze zu zeigen. All meine Verfehlungen und Verstrickungen haben in dem Moment überhaupt keine Rolle gespielt – wichtig war nur das Zusammensein und das Gespür dafür, dass nicht nur Gott mein größtes Glück ist, sondern, dass ich auch sein größtes Glück bin.

    1. Ich mache mir da keine Sorgen
      Nach dem Tod erwartet mich ein Biervulkan. Um dort hinzugelangen
      muss ich auch nichts besonderes machen. Das Monster ist aus meiner Sicht sehr lieb.

  2. Die Jenseits-Hoffnung ist sicher Bestandteil der meisten wenn nicht alle Kulturen.
    Nur wurde in unserem Kulturkreis derart viel Schindluder damit getrieben, dass alle Versprechungen nur noch schal und unglaubwürdig geworden sind.

  3. Vielleicht könnt ihr mal ne Live Fragen Sendung über Facebook machen? Da kann man doch schön live kommentieren..
    Bleibt gesund und #stayathome
    Dankeschön auch für alle Beschäftigte in den Lebensmittelmärkten, Ärzt*innen, Pfleger*innen, Polizisten*innen, Krankenhauspersonal unter den Hörer*innen

    Sonst schöne Folgen, wobei mir der humanistische, atheistische Part zu kurz kam. Schließlich gibt es eine 150 jährige kommunistische Tradition, in der es bestimmt auch zufriedene, lebenssatte Leute gibt und gab, die diese Hoffnung überhaubt nicht brauchen.
    Stichwort Kibbuznik, die waren ja auch lange Zeit sozialistisch ausgerichtet.

    1. Hallo ein Mensch,

      was genau meinst du denn mit dem humanistisch, atheistischen Part? Das lebenssatte, zufriedene Leben ist ja ganz bestimmt auch durchaus dem ein oder anderen Atheisten, oder manchmal sicher auch “bösen Menschen” beschieden, aber doch nicht notwendig mit einer Jenseitsvorstellung verbunden. Also kenne ich zumindest keinen Atheisten, der an ein Leben nach dem Tod glaubt, oder darauf hofft.

      Im Judentum, gerade auch zu Jesu Zeiten, gibt es aber schon die Vorstellung eines ewigen Lebens, auch wenn das dann nicht besonders charaktisiert, oder konkretisiert wird. Jesus selbst wurde aber von den Menschen durchaus gefragt, was sie tun müssen, um das ewige Leben zu erhalten. Und auch die Vorstellung von einem Gericht Gottes ist ja jüdisch. Deshalb finde ich jetzt eigentlich nicht, dass Juden völlig auf das Dieseits bezogen wären und lediglich zufrieden und lebenssatt sterben möchten. Oder hab ich dich jetzt falsch verstanden? Ich frage, weil mir der Bezug zum Kibbuznik nicht klar ist.

      Und danke für dein Danke an die nunmehr angeblich systemrelevanten Beschäftigten. Ich bin zufällig auch einer von denen und freue mich wirklich über jede Form der Anerkennung.
      Gleichwohl wären ich und meine KollegInnen auch sehr dankbar , wenn wir endlich wieder angemessene Schutzkleidung bekämen (ist nämlich nix mehr da, außer Handschuhe und Einmalkittel) und vielleicht auch mal getestet würden.

      Da macht der Staat mehr oder weniger das gesamte Land dicht und die Menschen, die die Gruppe der Hauptgefährdeten versorgen muss, wird überhaupt nicht getestet. Kein gutes Gefühl, wenn man sich nicht sicher sein kann, dass man virusfrei ist und ohne angemessene Schutzkleidung teils stark immungeschwächte Menschen versorgen muss. Da läuft gerade was komplett schief und irgendwie fühlt man sich da vom Staat total verarscht. Aber hey, ich hab jetzt einen Schrieb bekommen, der bescheingt, dass ich nunmehr systemrelevant und unerlässlich bin! Auch schön. Den kann ich dann ja vielleicht im Jenseits, bei Gericht vorlegen….

      Aber das nur nebenbei. Ich hatte nur das Bedürfnis mich kurz mal auszukotzen,weil die derzeitige Situation echt komplett absurd und sehr traurig ist.

  4. Och das war aber ein wirklich sehr, sehr schöner Talk heute, mit einem Gast, dem ich damals als frommer Jugendlicher bereits gelauscht hatte, dann jedoch völlig in Vergessenheit geriet, um mir hier dann Jahrzehnte später wieder zu Bewusstsein zu kommen und über meine Lieblingsthemen “existentielle Wahrheiten vor faktischen Wahrheiten” und “Fegefeuer ist `ne coole Sache” ganz schlaue Dinge zu sagen – danke, das hat mich glücklich gemacht!

    Und da man sich fortan ja nur noch zu zweit in der Öffentlichkeit aufhalten soll und es deshalb zukünftig für mich und meinen Schatten recht einsam werden dürfte, werde ich mir diesen Talk zur allgemeinen Erbauung und Existenzberuhigung sicher noch öfter anhören.

    Dem “inneren Atheisten” von Jay sei bitte noch gesagt, dass er aus Vernunftgründen zu schweigen habe, worüber er als hirnfunktionsgebundenes Phänomen sowieso nichts sagen könne und er deshalb doch bitte die Klappe halten soll, wenn sich an Gott rückgebundene Menschenkinder den Geschmack des himmlischen Ambrosia verinnerlichen und sich genüßlich Hoffnung und Vertrauen die Kehle hinablaufen lassen. Dankeschön!

    LG
    der Daniel

  5. Schöne straighte Folge, aber der atheistische Part kam mir etwas zu kurz. mit einer strikt humanistischen Werthaltung kann man schließlich auch alterssatt und zufrieden sterben.
    Auch die Kibuz Bewegung in Palästina/Israel hatte am Anfang ja eine sozialistisch also dieseits orientierte Orientierung.
    Jens Stangenberg zieht spannende Verbindungen zwischen Zen Budismus, Christentum und hebräische Grundlagen :https://zellgemeinde-bremen.de/podcast/fluide-kirche/

    Ihr könnt ja eine Facebook Live Fragen Sendung machen, wäre bestimmt spanend!
    bleibt gesund uns s#stayathome
    Danke auch alle systemrelevanten besonders die im Gesundheitsystem und in den Supermärkten arbeiten!

  6. Es geht bei der Frage des Gerichts nach dem physischen Tod nicht nur darum was ich persönlich aus meinem Leben gemacht habe, sondern auch darum, dass den unzähligen Menschen auf unserer Erde soviel Böses angetan wurde. Auch das wird aufgedeckt und ans Licht gebracht werden.
    Das gibt mir auch Trost, denn ich kann so wenig gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt tun. Es wird alles aufgedeckt, niemand kann sich mehr verstecken- aber alles unter dem Dach der unendlichen Liebe Gottes.
    Deshalb muss ich keine Angst vor dem Tod haben!
    Corona- am Meisten wird es die Ärmsten der Armen treffen- in den Flüchtlingslagern, in Afrika, in Indien.
    Wir hier in Deutschland drehen uns nur um uns selbst.

  7. Hallo zusammen

    Es gibt übrigens die weltweiten Death Cafes, wo man jeweils in einem Cafe über den Tod spricht. Hier wäre der Link dazu: https://deathcafe.com/

    Ich nahm bisher an drei solchen Treffen statt und das war jeweils sehr spannend.

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